»Weizen öffne dich! Hafer öffne dich!«
Die spannende Geschichte um den bescheidenen Ali Baba, seinen neugierigen Bruder Kasim, die listige Sklavin Nurcihan und die 40 Räuber ist ein farbenprächtiger Spaß für die ganze Familie: Während seine Frau Ayse bei der Hausarbeit vom Reichtum träumt, entdeckt Ali Baba beim Holzsammeln zufällig den Schatz einer vierzigköpfigen Räuberbande. Doch sein plötzlicher Reichtum bleibt der Familie nicht verborgen und auch Kasim möchte den Schatz heben. Als er von den Räubern in der Höhle erwischt wird, gerät plötzlich die ganze Familie in Gefahr. Glücklicherweise kann die kluge Sklavin Nurcihan mit einer List die Räuber enttarnen und die Gefahr abwenden. Zum Dank dafür gewinnt sie den Sohn des Hauses zum Mann.
Ali Baba, die Geschichte aus der 270. der berühmten 1001 Nächte, ist im arabischen Original nicht enthalten, erst der französische Übersetzer Antoine Galland fügte das Märchen, das er von einem syrischen Märchenerzähler gehört hatte, in seine erste westlichen Übertragung des Zyklus ein. Dennoch wurde die Geschichte zum Inbegriff des orientalischen Märchens. Auch in der Türkei gehört Ali Baba zum Kanon der berühmten Erzählungen aus der arabischen Welt. 1990 schufen der türkische Komponist und Dirigent Selman Ada und der Librettist Tarik Günersel mit ihrer Märchenoper eine liebevolle Zeichnung des mehr oder weniger beschaulichen Kleinstadtlebens und der wilden Räuberbande. Die fantasievolle Handlung ist eingebettet in eine hoch inspirierte Musik, bunt gefüllt mit türkischen Melodien, folkloristischen Motiven und schwungvoller Rhythmik: genuin türkische Musik, hör- und verstehbar in Orient wie Okzident. Rasante Räuberchöre wechseln sich ab mit zarten Liebesduetten. Orientalische Tänze, ein Wiegenlied und ein furioser Dolchtanz vervollständigen die bunte Szenerie zu einem märchenhaften Opernerlebnis für Groß und Klein.
Pressestimmen
„ (...) Gelungene deutsche Erstaufführung einer populären türkischen Familienoper... der 1953 geborene und in Frankreich ausgebildete Dirigent und Komponist Selman Ada [hat] geschickt orientalische Musik mit romantisch geprägter, westeuropäischer Opern- und Orchestertradition verwoben und zu einem durchaus eigenständigen Stil verschmolzen. Beim Wuppertaler Premierenpublikum kam das außerordentlich gut an... In der Titelpartie brilliert der türkische Tenor Ünüsan Kuloglu, der die Rolle in seiner Heimat schon etliche Male gesungen hat, mit strahlkräftiger Stimme und viel Charme – ein Glücksgriff für die Produktion. In Michael Tews als gar nicht so unsympathischem Räuberhauptmann hat er einen stimmlich wie szenisch starken Gegenspieler... Olaf Haye als Ali Babas habgieriger Bruder Kasim und Joselyn Rechter als dessen zickige Gattin Zeynep sowie Arantza Ezenarro als Ali Babas Frau und Miljan Milovic als sein Sohn Abdullah runden das Ensemble ab, bei dem auch Chor und Extrachor (mit diversen Solo-Partien) glänzen. Opernintendant Johannes Weigand macht „Ali Baba“ zur Chefsache und inszeniert selbst – mit viel Witz und Fantasie. In einer orientalischen Landschaft, die wie ein Scherenschnitt aufgebaut ist, und mit farbenfrohen Kostümen (Ausstattung: Markus Pysall) kommt die Märchenhandlung schnell auf den Punkt. Großartig ist eine Szene, in der das Geschehen in der Stadt mit Puppen gespielt wird und die Räuber von der Rampe aus zu sehen sind (...) .“
Wuppertaler Rundschau, Stefan Schmöe, 28.03.2012
„(...) [am] vergangenen Sonntag – da feierten die Wuppertaler Bühnen ihre umjubelte deutsche Erstaufführung im Barmer Opernhaus. Man wundert sich, denn diese Oper hat alles, was sie auch hierzulande zum Renner für ein breites Publikum machen könnte: Eine märchenhafte, leicht zu verfolgende Handlung, Witz, prachtvoll-rasante Räuberchöre, romantische Liebesduette, orientalische Tänze, grundsympathisches Personal. Selman Ada, Komponist und Chefdirigent der türkischen Staatsopern, der seine musikalische Ausbildung in Paris genoss, schuf eine melodiöse, vom französischen Neoklassizismus inspirierte Musik, die er geschickt mit der komplexen Rhythmik und Melodik türkischer Volksmusik verbindet. Das Sinfonieorchester unter Florian Frannek malte sie farbenprächtig aus. In der Türkei gilt die 1991 uraufgeführte Oper als das Einstiegswerk für junge Zuschauer schlechthin (...) steht quasi unentwegt auf dem Spielplan und ist meist ausverkauft. Ein ähnlicher Erfolg könnte ihr durchaus auch bei uns beschieden sein – jedenfalls wenn die Inszenierung so bunt, einfallsreich und mit so viel Witz daherkommt wie die von Opern-Intendant Johannes Weigand. Und wenn die so durchweg prächtige Stimmen aufzubieten hat wie jetzt in Wuppertal. Mit Ünüsan Kuloglu als Gast in der Rolle des gutmütigen Ali Baba können die Bühnen freilich einen echten Trumpf ausspielen. Der stimmstarke 39jährige Tenor hat die Rolle bereits in allen türkischen Produktionen gesungen und gibt sie mit spielerischer Selbstverständlichkeit... Hübsche Regie-Einfälle – wie z.B. die Darstellung einer Szene als Puppenspiel – und die prächtige bonbonbunte Ausstattung (Markus Pysall) machen Erwachsenen wie Kindern gleichermaßen Freude. (...) Alles in allem ein großer Spaß für die ganze Familie (...).“
Remscheider General-Anzeiger, Anne-Kathrin Reif,27.03.2012
" (...) Johannes Weigand gelingt es in seiner Inszenierung der deutschen Erstaufführung, Sprachwitz, Humor und Spannung zu erhalten. Er spielt mit modernen und traditionellen Elementen – mit Projektionen ebenso wie mit dem Puppenspiel... Der anwesende Komponist Selman Ada, der zusammen mit seinem Librettisten Tarik Günersel den tosenden Applaus am Ende entgegen nimmt, schafft eine pikante Mischung aus türkischer Volksmusik mit fesselnden Rhythmen in Räuberchören und Tanzliedern und duftigen Balladen, Liebesliedern oder morbidem Walzer mit westlicher Harmonik. (...) Das Wuppertaler Sinfonieorchester ist unter Florian Franneks Leitung mit hörbarem Spaß bei der Sache und ist den Sängern ein solider Partner (...).“
Westdeutsche Zeitung, Veronika Pantel, 27.03.2012
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