Wuppertaler Bühnen - Oper //// Schauspiel

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Idee, Text und Konzeption: Heiner Bontrup
Regie: Hans Richter
Sprecher: Hans Richter, Sabine Paas, Dietrich Rauschtenberger, Claudio Li Mura, Heiner Bontrup
Musik: Dietrich Rauschtenberger (Saxophon, Schlagwerk, Perkussion), Ute Völker (Akkordeon) Maik Bas-shiti (afrikanische Trommeln)
Bühnenbild: Ulle Hees


Ein Mann, eine Frau. Eine Frau, ein Mann. Die älteste Geschichte der Welt. Zuweilen die schönste. Öfter die traurigste. Noch häufiger die schönste und die traurigste zugleich. Hier wird sie eingetaucht in das Licht Liguriens. Die italienischen Riviera und ihr hügeliges Hinterland bilden die Kulisse für eine abenteuerliche Reise in das je eigene und wahre Ich der beiden Protagonisten. Wirklichkeit und Einbildungskraft verschwimmen: Reiseimpressionen werden zu imaginierten Experimentalfilmen verdichtet, Personen erfunden, die uns so vertraut und bekannt vorkommen, als würden wir sie schon immer kennen. wie Enzo, den Kranführer, der seine Familie mit seinem kleinen Gehalt mühsam über Wasser hält, eine heimliche Geliebte hat und unheimliche Gedichte schreibt. Oder Joey, den Griot und Geschichtenerzähler aus dem Kongo, der das Kunststück fertig bringt, mitten im ligurischen Sommer Regenschirme (!) ohne Zahl an die Badegäste am Meer zu verkaufen.
 
Zufällig am Wegesrand Beobachtetes wird zum Ausgangsmaterial für Gedichte und Reflexionen. Die zeitgenössische italienische Reise ist „Kino-im-Kopf“, ein literarisch-musikalisches Roadmovie, das Atmosphäre und Stimmung Liguriens einfängt. Musik, Poesie und Philosophie verdichten sich zu einer Meditation über das Wesen von Zeit und Erinnerung: Welche Bedeutung hat die Erinnerung für den Menschen?


In dem Textkonzert schlüpfen Hans Richter (langjähriges Mitglied der Wuppertaler Bühnen) und die Kölner Schauspielerin Sabine Paas in die Rollen der modernen Italienreisenden. Text und Musik werden zu einem Sinn- und Klangraum verwoben, den die Jazz- und Improvisationsmusiker  Dietrich Rauschtenberger (Saxophon, Schlagwerk, Perkussion) und Ute Völker (Akkordeon) sowie der Trommler Maik Bash-shiti füllen.


Die Wuppertaler Malerin und Bildhauerin Ulle Hees hat während der Proben, die in ihrem Atelier stattfanden, Bildsequenzen zu den Stationen der Reise entworfen, die während des Hörstücks als Bühnenbild(er) projiziert werden. Dabei addieren sich die von Hees entworfenen Glasaquarelle – jedes einzelne für sich ein autonomes Kunstwerk - durch Projektion und Übereinanderlagerung zu einer Collage. Das letzte Bild schließt gleichnishaft – ähnlich wie das Leben selbst – die vorhergehenden Bilder als Schichten unserer Existenz mit ein. 
 
Der „Kubist“ ist nach „German Song“ (mit Wolfgang Schmidtke) und „Jazz unterm Hakenkreuz – die Ernst Höllerhagen-Story“ das dritte Hörstück des Wuppertaler Autors Heiner Bontrup. Im September 2009 wurde das Hörstück in Catania (Sizilien) im Rahmen des XVI. Else-Lasker-Schüler-Forums unter großem Beifall des Publikums im ältesten und schönsten Benedektiner-Kloster Europas (heute ist dort die Universität von Catania) uraufgeführt.

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