Wuppertaler Bühnen - Oper //// Schauspiel

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»Von Weihnachten muss ich dir doch nichts mehr erzählen.« – »Nein, von Weihnachten musst du mir nichts mehr erzählen« Weihnachen! Das Fest der Liebe! Die Bunkers haben Freunde und Verwandte über die Feiertage eingeladen. Doch es gärt: Hausherr Neville treibt seine Frau Belinda mit seiner Bastelei in den Wahnsinn. Seine Schwester Phyllis trinkt mehr, als ihr gut tut – zum Leidwesen ihres Mannes Bernard, gescheiterter Arzt und Puppenspieler, der alljährlich sein gefürchtetes Marionettenspiel aufzuführen pflegt. Der arbeitslose Eddie verbringt seine Zeit lieber mit Kumpel Neville anstatt mit seiner schwangeren Frau Pattie. Belindas altjüngferliche Schwester Rachel kann wortreich erklären, warum sie gut ohne Sex auskommt und hat den leidlich bekannten Schriftsteller Clive eingeladen. Und über allen thront Nevilles Onkel Harvey, pensionierter Wach- und Schließgesellschaftsangestellter und großer Freund der direkten Sprache. Die Lage wird brenzlig, als sich Belinda und Clive, zwischen denen es gefunkt hat, ausgerechnet den Weihnachtsbaum als Ort für ihr mitternächtliches Tête-à-tête ausgeguckt haben – was naturgemäß nicht unbemerkt bleibt. Derart desavouiert beschließt Clive, vorzeitig und ohne größeres Aufsehen im Morgengrauen zu verschwinden. Doch da hat er die Rechnung ohne Onkel Harvey gemacht, der Clive inzwischen des Geschenk-Diebstahls verdächtigt und zudem noch einen alten Revolver sein Eigen nennt. Scharfzüngiger und entlarvender als in der 1980 uraufgeführten Komödie »Season’s Greetings«, so der englische Originaltitel, wurde der alljährliche Tanz um den Weihnachtsbaum noch nicht beschrieben. Ayckbourns Kunst ist es dabei, die Situation nicht bis zur letzten Konsequenz eskalieren zu lassen; seine Figuren kehren ihre Lebenslügen unter den Teppich und tun in bestem britischen Understatement so, als sei nichts passiert – was sie im gleichen Maße kläglich wie sympathisch macht. Und sehr, sehr komisch ist!


Pressestimmen


„ (...) Die Premierengäste genossen Schöne Bescherungen im Barmer Opernhaus (...)."
„ (...) Den Zeitpunkt hätten die Wuppertaler Bühnen nicht besser wählen können: Was könnte die brüchige Fassade des bürgerlichen Festtags-Frohsinns besser entlarven als schwarzer britischer Humor? So schmilzen die Sehnsüchte des Einzelnen dahin wie die leise rieselnden Schneeflocken: Saisongerecht tischt Tilo Nest eine tiefsinnige Komödie auf, die sich um den ganz normalen Wahnsinn zwischen Festtagsbraten, Würfelspielen und Geschenkeorgie dreht – Alkohol, Sex und Beleidigungen inklusive. Das ist nicht immer leicht verdaulich, wird aber höchst amüsant serviert. Es kommt ja auch immer auf die jeweiligen Erwartungen an – und die werden im Opernhaus nach bester britischer Art erfüllt (...).“
„ (...) Ein Trumpf der hervorragend besetzten Inszenierung sind (...) die subtil herausgearbeiteten Figuren, die bei aller Überspitztheit doch so menschliche Züge erhalten, dass sich vor allem bei den erfolgslosen Annäherungsversuchen zwischen der Jungfrau und ihrem Dichter echte Betroffenheit einstellt. Stell dir also vor, es ist Ostern und „Schöne Bescherungen“ wird immer noch gespielt. Das mag zwar nicht realistische sein, die Begeisterung des Premierenpublikums sprach dennoch für sich: Die Farce ist ein Fest der Schauspielkunst – und ein Geschenk für alle, denen ein ehrlicher Seitenhieb lieber ist als jede künstliche Harmonie (...).“
Westdeutsche Zeitung, Martina Thöne, 21.11.2011


„ (...) Ayckbourn gilt als ein Komödienschreiber, der seine Figuren (wie auch das Publikum) in den Abgrund blicke lässt, ohne sie hinein zu schubsen. Die Wuppertaler Inszenierung macht sich diese sympathische Behutsamkeit mit starkem, homogenem Ensemblespiel zu eigen. (…) am Schluss verlässt man das ausverkaufte Opernhaus beschwingt. Weil diese Schöne Bescherung eine schöne Bescherung ist (...).“
Rolf Pfeiffer, Westfälischen Rundschau, 21.11.2011


„ (...) Tilo Nest bringt in Wuppertal eine ideale Fassung von Alan Ayckbourns urkomischem, todernstem Psycho-Drama auf die Bühne(...)." "(...) Ideal besetzt, ideal ausgestattet und mit sicherer Hand ideal ausgeführt ist die Inszenierung, die am vergangenen Freitag ihre vom Publikum und Kritik gefeierte Premiere hatte (...)." Perfekt „(...) Das Bühnenbild von Bernhard Siegl, ein Aufriß des Hauses der Familie Bunker, verschmilzt die Handlungsorte zu einer übersichtlichen Einheit (…). Mit einem Blick ist der Zuschauer „drin“. Genial. Auch mit der weiteren Ausstattung (Kostüme, Mobiliar, Geschenkpakete, Hausbar etc. trifft Siegl ins Schwarze, gibt Nests brillantem Konzept den optischen Rahmen. Aus dem (…) Ensemble der Wuppertaler Bühnen hat Neat mit sicherer Hand jede, aber auch jede einzelne Rolle perfekt besetzt (…).“ „ (...) Schöne Bescherungen ist eine Komödie. Eine sehr gute Komödie mit einem Feuerwerk an sehr britischen, aber auch allgemein zündenden Pointen. Es ist ein urkomisches Stück - doch es ist im selben Atemzug Szene für Szene ein todernstes Psycho-Drama (...) Es führt jeden einzelnen der Charaktere splitternackt vor, reißt Masken herunter und zeigt erschreckende Abgründe zwischen Ehe und einst durch Liebe verbundenen Paaren. Wie man miteinander umgeht, wirkt erheiternd, läßt lachen, ist aber durchgängig von höchster Dramatik. hier geht es ans Eingemachte. Alan Ayckbourn ist mit seiner Komödie ein Meisterwerk gelungen, Tilo Nest kongenial ein Meisterstück (...) Ein Theaterabend á la bonheur. Meine dringende Empfehlung: ziehen Sie sich das unbedingt rein (Zitat) (...)!“
Frank Becker, Musenblättern, 21.11.2011


„ (…) Großartig, witzig und bitterböse (…).“
„ (…) Ein Monat nur noch bis Weihnachten… Wem bei diesem Gedanken der Schweiß des Entsetzens ausbricht, der sollte sich die Wuppertaler Schauspiel-Inszenierung von Alan Ayckbourns Komödie Schöne Bescherungen im Opernhaus gönnen. Danach wird man sich den Schweiß abwischen und leise stöhnen: „So schlimm wird´s bei uns zu Hause ja dann doch nicht werden… Aber wer weiß? Denn die Stärke dieses Zweidreiviertel-Stunden-Stückes ist ja gerade, dass da nicht irgendwelche Freaks das Fest der Liebe unterm lauschigen Landhausdach miteinander feiern, sondern eine aus Familienmitgliedern und Freunden zusammengewürfelte Truppe von Menschen wie du und ich. Während der drei Weihnachtsfeiertage bei Familie Bunker zu Hause bekommt der Begriff vom ganz normalen Wahnsinn eine Dimension, dass dem Zuschauer die Luft wegbleibt. Vor Lachen – und vor Entsetzen(…).“
 „Sophie Basse, Thomas Braus (…), Holger Kraft, Maresa Lühle, Juliane Pempelfort, Lutz Wessel und Julia Wolff (und die beiden Gäste [Georg Marin und Hanno Friedrich] ) präsentieren sich kraftvoll, bestens aufgelegt, sich von Szene zu Szene steigernd – und auf so hohem Komödien-Niveau, dass sehr lang anhaltender Applaus inklusiver zahlreicher Bravo-Rufe am Ende selbstverständlich sind(…).“
„ (…) In Schöne Bescherungen wird aus vollen Lachsalvenrohren geschossen, gibt es Nachdenkliches – und in der Puppentheater-Szene (…) einen brillanten Höhepunkt (…).“
Stefan Seitz, Wuppertaler Rundschau,23.11.2011

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