Wuppertaler Bühnen - Oper //// Schauspiel

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»Ich selbst betrachte mich als sehr, sehr reich. Aber ich bin so dumm gewesen – meine Perlen vor die Säue zu werfen!« Vor langer Zeit haben sich die Wege der beiden Schwestern aus vornehmem Hause, Blanche und Stella Dubois, getrennt. Die jüngere Stella rettete sich vor dem allmählichen sozialen Abstieg in eine kleinbürgerliche, beschauliche Existenz – zusammen mit ihrem grobschlächtigen und präpotenten Mann Stanley. Blanche hat zwar bis zum bitteren Ende die Fassade ihrer einst angesehenen Familie aufrecht erhalten, mit ihrer exzentrischen Lebensweise aber den Niedergang eher beschleunigt. Nun musste der hochverschuldete Familiensitz verkauft werden, die überspannte und dem Alkohol verfallene Blanche taucht bei ihrer Schwester auf, nichts im Gepäck als ihre elegante Garderobe und eine bizarre Vergangenheit. Eine Konstellation mit Kollisionskurs bahnt sich an. Stella spürt, wie sich ihre Schwester, die ihre einst betörenden Reize schwinden sieht, immer offensiver zwischen sie und ihren Mann drängt. Stanley wiederum, der Blanches Maske aus Blasiertheit und Extravaganz mit Zynismus und Herablassung begegnet, sieht sich doch hassvoll von ihr angezogen. Eine sich abzeichnende Liaison Blanches mit seinem Freund Mitch hintertreibt er. Die Hochspannung, gespeist aus Eifersucht, unerfüllten Träumen und unterschiedlichen Lebensentwürfen, entlädt sich schließlich im Akt der Gewalt. Tennessee Williams war nicht ohne Grund auch ein bedeutender Stofflieferant Hollywoods, fast alle seine Bühnenstücke wurden verfilmt. Deren die Zeit überdauernder Wert liegt vor allem in den genialen, psychologisch feinsinnigen Figurenzeichnungen, die einen platten Realismus weit hinter sich lassen und mit wahrhaft tragischen Zügen gestaltet sind. Wie unter einem Brennglas treten Abgründe und Sehnsüchte seiner Protagonisten hervor und rühren an unseren eigenen Glücksverheißungen und Sehnsüchten, Lebensentwürfen und tatsächlichen Lebenumständen.


Pressestimmen


„(...) Claudia Bauer bringt das Südstaaten-Drama [„Endstation Sehnsucht“] nach Wuppertal: Kurzweilig und berührend ist ihre Inszenierung, die am Freitagabend im Opernhaus gefeiert wurde. Bauer lenkt den Blick vor allem auf Blanche, die Sophie Basse großartig spielt: Die Ex-Lehrerin hat Besitz, Job und ihren guten Ruf verloren. Sie sucht Zuflucht bei ihrer Schwester Stella (Anna-Catherine Studer) und deren Mann Stanley (Holger Kraft) – doch auch dort gelingt ihr kein Neuanfang … Sophie Basse brilliert als einsame Blanche (…).“
Westdeutsche Zeitung, 27.02.2012, Martina Thöne



„(...) Die Regisseurin Claudia Bauer erzählt Tennessee Williams Klassiker „Endstation Sehnsucht“ nicht als ein psychologisches Drama, in dem eine alkoholkranke, gefeuerte Lehrerin aus dem gehobenen Mittelstand mit dem rauen Lebensstil einer Arbeiterschicht konfrontiert wird, die in erster Linie an schneller Befriedigung von Trieben aller Art interessiert ist. Bauer überzeichnet die Figuren. Sie übermalt die psychologische tiefenschärfe des Autors mit expressionistischen Farben. Es gelingt ihr ein starker Abend, dessen Untergangsstimmung durch einen trashigen Humor abgefedert wird(...).“
Bergische Morgenpost vom Christian Peiseler, 3.3.2012

 

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