Wuppertaler Bühnen - Oper //// Schauspiel

Kulturkarte Wuppertal Tickets (0202) 563 76 66

 

»Ma ride ben chi ride / La risata final.« Sir John Falstaff residiert mit seinen Dienern Bardolfo und Pistola in einem Gasthaus einer englischen Kleinstadt. Am Rande der Legalität praktizieren sie eine dem Raubrittertum ähnliche Lebensform, die in der konservativen Bürgerschaft für Unmut sorgt. Vorwürfe wegen Diebstahls werden unter höhnischem Gelächter abgewiesen und gegen die latente Geldnot glaubt Falstaff ein probates Mittel gefunden zu haben: eine lukrative Liaison mit gleich zwei reich verheirateten Damen. Rasch schreibt er zwei gleichlautende Liebesbriefe an Alice Ford und Meg Page. Doch die befreundeten Damen durchschauen Falstaffs Absicht und beschließen gemeinsam mit Mrs. Quickly und Alices Tochter Nannetta, dem Schürzenjäger eine Lektion zu erteilen. Zufällig erfährt Alices eifersüchtiger Ehemann von dem geplanten Rendezvous und verhindert es mit List und Waffengewalt. In letzter Sekunde kann Falstaff der brenzligen Situation entrinnen, muss dafür aber ein unfreiwilliges Bad nehmen. Nass und frierend sucht der Ritter Trost im Glühwein und fällt auf eine weitere List der Frauen herein: beim vermeintlichen Stelldichein um Mitternacht wird er von der als Geisterschar verkleideten Gesellschaft kräftig verprügelt. Doch dann erkennt Falstaff plötzlich eine der Gestalten und die Geschichte nimmt eine unvorhergesehene Wendung. Nur zwei komische Opern komponierte Giuseppe Verdi, doch mit der zweiten, Falstaff, beendete er sein Lebenswerk. Inhaltlich auf der Shakespeare-Vorlage Die Lustigen Weiber von Windsor aufbauend, schenkte der Komponist seine besondere Liebe der scheinbar lächerlichen Hauptfigur Falstaff, der trotz seiner Gaunereien mehr Menschlichkeit verkörpert als die ganze neureiche Gesellschaft. Mit dem Schlusswort »Die ganze Welt ist Komödie« verabschiedete sich der der fast achtzigjährige Verdi augenzwinkernd von der Opernbühne.


Pressestimmen


„ (...) Kiril Manolov ist (…) ein Bilderbuch-„Falstaff“. (…) Auch alle anderen Rollen besetzt Weigand treffsicher und kann sich mit dem Wuppertaler Sinfonieorchester und dem Bühnenchor erstklassiger musikalischer Ausführung sicher sein (...).“
„ (...) Gelungene Premiere: „Falstaff“ wurde am Sonntagabend im Opernhaus gefeiert (...) An diesem „Falstaff“ stimmt wirklich alles: In ihrer neuesten Opern-Premiere liefern die Wuppertaler Bühnen eine rundum gelungene Produktion ab. (...) Ein großer Wurf gelingt Weigand mit der treffenden Besetzung: Der Bulgare Kiril Manolov ist ein Bilderbuch-Falstaff, sowohl von der Statur her als auch durch seinen kraftvollen und volumenreichen Bariton. Seine Spiellust sorgt für Situationskomik, denn der den Sinnesfreuden zugetane Falstaff sorgt sich um nichts mehr als um den Erhalt seines beträchtlichen Leibesumfangs: „Mein Bauch ist mein Königreich, ich werde es vergrößern. (...) Hervorragend sind die präsenten Stimmen der Damen, die mit ihm [Falstaff] ihren Schabernack treiben und nicht nur eine Lehre erteilen: Alice (Banu Böke, Sopran), Meg (Joslyn Rechter, Mezzosopran) und Mrs. Quickly (Diane Pilcher, mit tiefem Alt). Der Chor in fantasiereichen Kostümen (Einstudierung: Jens Bingert) erschrickt den gehörnten Falstaff im nächtlichen Geisterspuk. Spielerisch und gesanglich füllen Dorothea Brandt als Nanetta und Christian Sturm als Fenton die Nebenhandlung zauberhaft: Nach vielen Wirren werden sie ein Paar (…) Den Liebenden obliegen die wenigen Arien, dagegen stehen zahlreiche Ensemblesätze von großer Kunstfertigkeit bis hin zur hellen C-Dur-Schluss-Fuge (...) Großen Spielspaß hatten auch die Wuppertaler Sinfoniker unter Hilary Griffiths, die den mit kammermusikalisch-farbigen Delikatessen durchsetzten Orchestersatz blendend parierten (...).“
Veronika Pantel, WZ, 29.11.2011

„(...) Wuppertals Opernintendanten Johannes Weigand gelingt es, Poesie und Satire auf zauberhafte Weise miteinander zu verbinden. Er lässt das Stück selbst weitgehend in Ruhe und setzt dafür auf punktgenaue Personenführung. Entsprechend spiegelt sich das Tempo der Partitur in den großartigen Ensembleszenen auf der Bühne, und mit unzähligen netten Ideen wird der „Falstaff“ zu einer Verkleidungskomödie von leiser Weisheit.“
„Der „Falstaff“ ist eine Ensembleoper, und es spricht für die Wuppertaler Bühne, dass sie fast alle Rollen aus dem eigenen Haus besetzen kann. Nur für die Titelpartie hat man einen Gast geholt. Der wunderbare bulgarische Bariton Kiril Manolov ist als Falstaff nicht nur wüster Lüstling, sondern auch ein sensibler Grübler. (…) Manolov wirft sich regelrecht mit Anlauf in die Rolle hinein und singt sie mit einem unglaublichen Repertoire an Farben und Umfang in der Stimme (...)."
„ (...) Banu Böke und Dorothea Brandt sind als Alice Ford und ihre Tochter Nanetta zwei großartige Soprane, die sich im Timbre delikat ergänzen. Thomas Laske macht den eifersüchtigen Ehemann Ford mit beweglichem Bariton zur Paraderolle. Boris Leisenheimer und Christian Sturm alternieren als Fenton, dessen Liebeserklärung das reinste Tenorglück ist. Das Ensemble hat reisen Spaß an dieser Inszenierung, das merkt man in jedem Takt (...).“
Monika Willer, Der Westen / Westfalenpost, 28.11.2011


„ (...) Großes Lob gebührt der Lichtregie von Henning Priemer, der mit Unterstützung eines schwarzen Gaze-Vorhangs im dritten Akt einen herrlichen Nachthimmel zaubert, unter dem der nächtliche Spuk mit Elfen und Kobolden stattfinden kann. In diesem Akt kann sich Judith Fischer mit sehr fantasievollen Kostümen regelrecht austoben (...).“
„ (...) Für die Titelfigur konnte der bulgarische Bass Kiril Manolov als Gast gewonnen werden, der in dieser Partie bereits in Wiesbaden und an der Hamburgischen Staatsoper brillierte. Dabei begeistert Manolov nicht nur stimmlich mit seinem kernigen Bass, sondern gibt auch optisch einen grandiosen Falstaff ab, der zum einen über die nötigen Ausmaße verfügt, diesen behändigen Lebemann glaubhaft darzustellen, andererseits mit überbrodelnder Spielfreude den Ritter mit seinen ganzen schlechten Manieren fast schon wieder sympathisch macht. (…) Auch in seiner Verkleidung als Jäger mit großem Geweih gelingt es Manolov, selbst dieses lächerliche Kostüm mit einer gewissen Würde zu tragen. Mit Ralf Rachbauer steht ihm als Bardolfo ein ebenso spielfreudiger wie stimmlich mit kräftigem Tenor überzeugender Diener zur Seite (...).“
„(...) Hilary Griffiths rundet mit dem frisch aufspielenden Sinfonieorchester Wuppertal die großartige Leistung der Solisten formvollendet ab, so dass es am Ende verdienten und lang anhaltenden Applaus für alle Beteiligten gibt (...) Wer einen unterhaltsamen Abend mit großartiger Musik erleben will, ist gut beraten, es einer Gruppe aus Münster nachzumachen, die für diese Produktion extra nach Wuppertal angereist ist (...).“
Thomas Molke, Online Musik Magazin, 29.11.2011


„ (...) Für die Titelpartie haben die Wuppertaler Bühnen mit Kiril Manolov einen geradezu idealtypischen Falstaff als Gast verpflichten können. Nicht nur eine hünenhafte Gestalt mit angemessenem Bauchumfang und eine Riesenstimme bringt der Bulgare mit, sondern auch viel Gespür für die leiseren Zwischentöne und die musikalische Komik der Partie. Bravourös schlägt sich Thomas Laske als sein Wiedersacher Ford mit (…) klar fokussierter Stimme (...).“
„ (...) Und alle zusammen, bei dieser Oper nicht das unwichtigste, finden sich zu sehr homogenen Ensembles zusammen. Viel Applaus (...).“
Stefan Schmöe, Wuppertaler Rundschau, 30.11.2011


„(...) Das mediterran angehauchte Kolorit eines verblassenden Nobel-Kurorts bietet ein vortreffliches Ambiente für die Amouren des Schwerenöters, den der bulgarische Gast-Bassist Kiril Manolov mit imposanter und wandlungsfähiger Stimme glänzend darstellt. Den Spagat zwischen blaublütiger Attitüde und hochprozentiger Realität kann er bühnenwirksam vermitteln (…). Nicht minder überzeugen die Darsteller der restlichen Hauptrollen: so Thomas Laske als erfreulich leiser und wenig polternder gleichwohl stimmlich durchsetzungsfähiger Ford, Banu Böke und Joslyn Rechter als angehimmelte Objekte der Begierde. Ein Sonderlob verdient die wunderbar jugendliche und frische Nannetta von Dorothea Brandt...eine sehens- und hörenswerte Verdi-Produktion (...)."
Westfälischem Anzeiger, 8.12.2011, Pedro Obiera

Weitere Termine

« Dezember »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
   1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031 



Zeichenerklärung:

Icon Oper
= Oper
Icon Schauspiel
= Schauspiel
Icon Tanztheater
= Tanztheater Pina Bausch
Icon Junge Theater
= Junges Theater im Container
Icon Reihe
= Reihenveranstaltung