Wuppertaler Bühnen - Oper //// Schauspiel

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Sinfonie Orchester Wuppertal


»Wir menschenrechten nicht, wir wollen in Frieden gelassen werden.«
Mauricio Kagel (1931-2008)
DER TRIBUN  für einen politischen Redner, Marschklänge und Lautsprecher
Kagel gilt als der wichtigste Vertreter eines »Neuen Musiktheaters«, das, anders als »traditionelle« Opern, die Musik selbst zum dramatischen Motor macht, ebenso wie die Instrumente und den Musiker (mit seiner Gestik, Mimik, seiner Person) – und dies stets mit skurillem intelligentem Humor. Im Tribun übt der erste Mann im Staat eine Rede an sein Volk und verliert sich in verräterischen sprachlichen Exzessen. Dazu werden 10 Märsche, um den Sieg zu verfehlen gespielt.


Luigi Nono (1924-1990)
LA FABBRICA ILLUMINATA  für Sopran und Tonband
Nono gehört zu den wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. La fabbrica illuminata musikalisiert die Bedingungen, denen Arbeiter in einem metallverarbeitenden Betrieb unterworfen sind. Nono berichtete über Gespräche mit Arbeitern: »Ihnen wurde bewusst, unter welchen akustischen Bedingungen sie arbeiteten, und sie begannen sich zu überlegen, ob das denn so sein müsse.«


Frederic Rzewski (*1938)
COMING TOGETHER  für Sprecher und Instrumentalensemble
Viele Kompositionen Rzewskis haben einen politischen Bezug. Coming Together verwendet den Text eines Briefes, in dem Sam Melville, Insasse des Staatsgefängnisses von Attica (New York, USA) seinem Bruder von den katastrophalen Haftbedingungen berichtete und von dem gleichzeitigen Versuch, in diesem Chaos einen klaren Kopf zu bewahren. 1971 kam es zu einem Aufstand, der nach einigen Tagen von der Nationalgarde beendet wurde. Es starben 32 Gefangene.


Pressestimmen


"(…) Wenn jetzt in einer sehr bemerkenswerten Produktion der Wuppertaler bühnen drei gesellschaftskritische Kurzstücke unter dem Programmatischen Titel „Herrschaft, Arbeit und Soziales“ zur Vorführung gelangen, so hat diese Veranstaltung neben den künstlerischen Valeurs wohl vor allem dokumentarischen Charakter… Dieser ungewöhnliche Theaterabend, dargeboten im Historischen Zentrum neben dem Engels-Haus, hinterlässt vor allem Nachdenklichkeit. Was muss Theater tun, um gesellschaftlich wahrgenommen zu werden, um vielleicht gar etwas zu verändern? (…) Vielleicht gar liegt der größte Verdienst dieses Projektes darin, einmal wieder solche Fragen zu stellen (...).“
Der Westen, 12.12.2011, Rolf Pfeiffer


„(...) Die Musik für „La fabbrica illuminata“ hat der italienische Komponist Luigi Nono um 1960 komponiert und damit akustisch die Arbeitsbedingungen von Industriearbeitern im Italien der 60er Jahre eingefangen. (…) Immer wieder überlagert der wunderschöne Mezzosopran von Dorothea Brandt diese Geräuschkulisse und gibt dem Szenario mal den harten, fast schmerzhaften Klang der Maschinengeräusche, mal mit Weichheit und Innigkeit sehnsuchtsvolle Klänge (...)."
 „ (...) "Der Tribun“ in der zweiten Szene, zu dem der argentinisch-deutsche Komponist Mauricio Kagel einen diffusen musikalischen Hintergrund und „10 Märsche, um den Sieg zu verfehlen“ liefert, ist eine durch und durch skurrile, intelligent satirische Szene mit viel Wortwitz. (…) Olaf Haye gibt einem herrlich selbstverliebten, dabei aber beiläufig agierenden Tribun eine Gestalt, die einerseits wegen ihrer Genauigkeit oft schmerzt, andererseits köstlich in ihren knappen Überspitzungen und unendlichen Wort- und Satzverdrehungen ist (…).“
„(...) Im dritten Stück „Coming together“ hat der Komponist Frederic Rzewski den Text eines Briefes verarbeitet, den der Gefängnisinsasse und später erschossene Sam Melville an einen Freund in den USA schrieb. (…) Ein kleines Ensemble des Sinfonieorchesters Wuppertal unterlegt verschiedene Rhythmen und Tonfolgen dem ostinaten, spannungsreichen Duktus des Sprechers, der von Gregor Henze mit nicht nachlassender Intensität verkörpert wird(...).“
„(...) Markus Höller hat mit dieser Produktion politisches Musiktheater inszeniert, wie es moderner, glaubwürdiger und unterhaltsamer kaum sein könnte... Eine gelungene Inszenierung (...)."
Opernnetz, 13.12.2011, Horst Dichanz


„(...) “Herrschaft, Arbeit und Soziales“ ist ein gelungener Mix aus Musik-, Licht- und Sprechkunst (...).“
WZ, 12.12.2011, Veronika Pantel


„(...) Im gesichtslosen Raum der alten Remise steht ein Oktogon aus halbtransparenten Stellwänden zwischen vier großen Boxen. Die Zuschauer gruppieren sich um das Achteck, auf das schlierenhafte geometrische Formen projiziert werden wie bei einer Laterna Magica. Dahinter ist der Schatten eines Menschen zu ahnen. Laute Arbeitsgeräusche erklingen, Metall auf Metall, Stimmengewirr, Gesangsfetzen, auch eine hohe, schöne Stimme aus der Mitte. Die an Kabeln hängende Sopranistin Dorothea Brandt schiebt die Stellwände Stück für Stück nach außen. 8…9 Am Ende hat sich die Sängerin befreit und sieht still die ununterbrochen rotierende, perfekte Maschine an, ein starkes, dialektisch lesbares Bild (...).“
„(...) Der brillante Olaf Haye spielt sich permanent vom Band Applaus zu, bespielgelt sich in Projektionen, sieht sich selbstverliebt zu, wirkt gefährlich, verdorben, aber durchaus menschlich und charmant. Maurizio Kagels „Tribun“ von 1979 ist taufrisch, seine saftig-sarkastischen Pointen knallen wie ehedem (…), schlüssig konterkariert durch „zehn Märsche um den Sieg zu verfehlen“, vorsätzlich abgestürzte Prunkunterhaltungsstückchen, die die dreißig minütige Performance klingend strukturieren (...).“
„(...) Regisseur Markus Höller lässt (…) die historische Distanz zu, vermeidet krampfhafte Aktualisierungen, strukturiert und rhythmisiert dezent und verlässt sich auf dramatische kraft und Schönheit von Text und Musik.
„Den Abschluss bildet „Coming Together“, eine konzertant aufgeführte Kantate des (…) Amerikaners Frederic Rzewski, aggressive Minimal Music für Sprecher und Kammerorchester mit ungewöhnlichen Klangreibungen (…). Textvorlage ist in Brief des Häftlings Sam Melville (…). Der Text wird fragmentiert in vielfacher Wiederholung wieder gegeben. Die komplexen musikalischen Abläufe werden von der Dirigentin Eva Caspari und dem Sprecher Gregor Henze hervorragend organisiert (...).“
Die Deutsche Bühne, Andreas Falentin

Weitere Termine

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