Wuppertaler Bühnen - Oper //// Schauspiel

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»Es ist möglich, dass einen jemand schlägt und dass es doch gar nicht weh tut.« Liliom, Rummelplatzprotz, versehen mit einer locker sitzenden Hand und einem großen Herzen, Schwarm aller Mädchen, ein rechter Strizzi und Tunichgut, bändelt mit der Dienstmagd Julie an. Das aber tut der eifersüchtigen Frau Muskat, bei der er doch als Karussell-Ausrufer angestellt ist, gar nicht gefallen, und drum wirft sie ihn raus. Dabei will der Liliom nur mit der Julie auch sein Teil vom Glück – selbst, wenn er die Julie mal etwas schlägt, was die aber gar nicht spüren tut! –, und vor allem, weil da jetzt auch noch so ein Würmchen kommen wird … Obschon die Muskat ihn dann doch zurück haben will, mag der Liliom nicht mehr, weil er halt ein sturer Hund ist, lieber mag er mit dem Lumpenhund Ficsur den Geldboten Linzmann überfallen. Doch das Ganze geht fürchterlich schief, und der Liliom, der sture Hund, sticht sich lieber das Messer in die Brust, als ins Gefängnis zu müssen. Da steht er nun vor dem himmlischen Selbstmördergericht und will doch nicht sagen, dass er die Julie liebt, aber weil sie ihn da oben halt doch irgendwie gern haben, darf er nach 16 Jahren feuriger Läuterung zurück und der Julie und dem Kind was Gutes tun. So klaut er noch schnell ’nen Stern für seine Julie, doch weil er halt so ein sturer Hund ist, kriegt er’s wieder nicht aus sich raus, wie er da so vor ihr steht, der Liliom … LILIOM, 1909 uraufgeführt, ist eine Mischung aus Volksstück, berührendem Sozialdrama und fantastischem Märchen. Die Geschichte des so brutalen wie zärtlichen, dabei an sich selbst leidenden Liliom, der nicht aus seiner Haut kann und noch nach seinem Tode unfähig ist, die ihn erlösenden Worte auszusprechen, erzählt Ferenc Molnár mit viel Liebe, Humor und poetischer Kraft.


Pressestimmen


„ (...) Sie schreien stumm. Mit offenen Mündern stehen die nur durch wenig Stoff geschützten Körper da. Hilflos, verzweifelt, um die nackte Existenz fürchtend. Es sind Momente wie diese, in denen im Opernhaus eindringlich klar wird: Manchmal braucht es keinen Text, um viel zu sagen. So gelingt Sybille Fabian eine beeindruckende Inszenierung – allerdings auch eine, die sichtlich polarisiert. Die Wuppertaler „Liliom“-Version, am Donnerstagabend mit begeisterten Pfiffen, andererseits mit  vereinzelten Buh-Rufen quittiert, folgt einem extremen Ansatz und ruft auch extrem unterschiedliche Publikumsreaktionen hervor: Die einen sind fasziniert, die anderen können mit der außergewöhnlichen Interpretation von Ferenc Molnárs „Vorstadtlegende“ offensichtlich nichts anfangen... Sie [die Schauspieler] verbiegen sich in jeder Hinsicht – und meistern den Balanceakt grandios. (...) „(...) die Bildsprache [ist] überwältigend… Und man muss sich einlassen  - auf eine „Liliom“-Version, die wenig Stoff, aber  viel Diskussionspotential bietet und als Sinnbild für eine Welt, in der Körpersprache alles und der einzelne Mensch nichts ist, buchstäblich unter die Haut geht (...).“
WZ , Martina Töne, 21.04.2012


" (...) Regisseurin Fabian hat gemeinsam mit einem großartigen Ensemble eine kunstvolle Molnár-Inszenierung geschaffen, die lange im Gedächtnis bleiben wird (...).“ engels Magazin, Peter Ortmann Mai 2012


„ (...) An dem Stück, wie es in Wuppertal (gekürzt) interpretiert wird, ist nichts schön. Weil auch an der Geschichte, die es erzählt, nichts schön ist. Liliom, der auf dem Jahrmarkt am Karussell arbeitet, massenweise Mädchenherzen bricht, sein Geld mit Karten verspielt, immer Ärger mit der Polizei hat, verliebt sich in die Dienstmagd Julie, verliert seine Arbeit, schwängert Julie, gerät in finanzielle Not, lässt sich in ein Raubmord-Komplott hineinziehen, verspielt den Raubanteil schon im Vorfeld und ersticht sich, bevor er in Haft genommen werden kann... Der Wuppertaler „Liliom“ ist gnadenlos brutales Theater. Ein bis auf Blut geschmirgeltes Sozialdrama. Das muss man sich (zu)trauen. Danach braucht man (Liliom selbst sprach auf der Bühne davon) unbedingt ein Bier. Oder einen Schnaps. Besser aber zwei (...).“
Wuppertaler Rundschau, Stefan Seitz, 25.04.2012


„ (...) Sybille Fabian setzt das Stück bildgewaltig um und zeichnet grotesk wirkende, gebrochene Personen. Die Inszenierung legt besonderen Wert auf den Körperausdruck der Schauspieler. Deren Leistungen sind großartig. Minutenlange schmerzverzerrte Gesichter zeigend, fast nur auf Zehenspitzen stehend und zuckende, verkrümmte Bewegungen machend, überzeugt das Ensemble mit körperlicher Höchstleistung. Viele Szenen dauern lange, die Schauspieler bewegen sich wie in Zeitlupe. Dadurch wird der Eindruck von Unausweichbarkeit und Intensität verstärkt (...)."
Bergische Morgenpost, Elisabeth Landau, 16.04.2012

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