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Fukushima hat alles verändert. Wir sind Zeugen eines großen Sinneswandels in der deutschen Politikgeworden: weg von der Kernkraft, hin zu den regenerativen Energien. Was vor knapp einem Jahr noch undenkbar schien, ist nun gesellschaftlicher Konsens – Atomstrom ist Teufelswerk! Die Öffentlichkeit wurde Zeuge plötzlicher Richtungswechsel und bis dato undenkbarer Koalitionen in der deutschen Politik. Mit atemberaubendem Tempo haben die politischen Parteien ihre alten Postulate von der unbedingten Sicherheit deutscher Kernkraftwerke auf dem Müllhaufen der überholten Positionen entsorgt. Dieser abrupte Gesinnungswandel wirft allerdings einige Fragen auf: Wie war es denn mit der Sicherheit unserer Kraftwerke vor Fukushima bestellt? Oder wurden wir etwa von großen Teilen unserer gewählten Volksvertreter belogen? Und falls nicht, und ihre zuvor getroffenen Aussagen waren lediglich von schlichter Unkenntnis getrübt – macht einem das nicht noch viel mehr Angst? Welche Halbwertzeit haben die Halbwahrheiten unserer Volksvertreter überhaupt noch? Und was nun: Drohen Energiemangel und Massenentlassungen in der Energiewirtschaft? Wie sieht unsere strahlende Zukunft denn aus?


Der Blitz beschäftigt sich mit der Sprache und der Sprachlosigkeit angesichts des nach Tschernobyl zweiten atomaren Super-GAUs der modernen Zivilisation.


Pressestimmen


nachtkritik.de / Westdeutsche Zeitung / Süddeutsche Zeitung siehe Link


http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=6707:der-blitz-fukushima-sunrise-&catid=343


 


 „ (...) Da stehen vier Schauspieler in schwarzen Heile-Märchenwelt-Biedermeierkostümen und Gummischuhen auf einer zentimeterhoch mit Wasser gefüllten Bühne vor einer grauen Betonwand – und sprechen. Sprechen, sprechen, sprechen. 75 Minuten lang – in kompletter Dunkelheit, die nur erhellt wird von Streichhölzern. Gregor Henze, Maresa Lühle, Juliane Pempelfort und Philipp Sebastian stehen still, gehen hin und her, drücken sich in die Bühnenecken, deklamieren, rezitieren, flüstern, brüllen, halten Ansprachen, reden miteinander und aneinander vorbei, denken laut – und bleiben sprachlos.“
„Und immer wieder Szenenapplaus. Verdientermaßen, denn die abstrus durcheinander und übereinander komponierte Textmenge, die das Darsteller-Quartett stemmen muss (...) hat atemberaubende Dimensionen. Die Inszenierung von Regisseur Marcus Lobbes und das puristischer kaum denkbare Bühnenbild von Pia Maria Mackert reduzieren dieses ungewöhnliche Stück Theater auf das Hauptwerkzeug aller Bühnenmenschen: den Mund. Dass das Streichholzlicht immer wider schattenverzerrte Helligkeit auf die vier Gesichter wirft, sorgt für optische Spannung á la expressionistischer Stummfilm. Das fokussiert Ohren und Augen des Zuschauers auf höchstem Niveau – und strengt doch nie an. Im Gegenteil: Wie sehr man im „Blitz“-Sog gewesen ist, wird erst klar, wenn am Ende das Licht angeht. Da realisiert man, (...) dass das da gerade ein ausgezeichnetes Beispiel war für die hohe Kunst demaskierenden Polit-Theaters. Ohne Kopflastigkeit und erhobenen Zeigefinger. Sondern mit genau der Mischung von Nachdenklichkeit und (nur scheinbar unfreiwilligem) Wortwitz, den es heute braucht, um die trägen, vorm TV festgewachsenen Hunde hinterm Ofen hervorzuholen. „Der Blitz (Fukushima Sunrinse)“ ist die perfekte Reduktion auf das Thema – in Sachen Textvorlage und bei der Realisation auf der Bühne. Sprechtheater pur. (...)“
Wuppertaler Rundschau, 21.03.2012, Stefan Seitz

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