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Um seine Wunschbesetzung für sein neuestes Filmprojekt zu gewinnen, erzählt der Produzent James der Schauspielerin Olivia den Plot des Drehbuches: Amy, eine junge, global agierende Geschäftsfrau, deren Freund beim Anschlag auf das World Trade Center starb, verliebt sich ausgerechnet in den attraktiven Al-Qaida-Kämpfer Mohammed. Hautnah erlebt sie die Planung eines Selbstmordattentats auf Disneyland Paris. Sie verrät Mohammed an die Polizei, der daraufhin verhaftet wird. Als Amy Fernsehbilder von seiner Misshandlung im Gefängnis sieht, wechselt sie die Seiten.
Das Produkt ist eine Satire auf die gewinnbringende Umwandlung von politischen Ereignissen in Waren der Unterhaltungsindustrie und über das Geschäft mit der Angst. Ein sprachlicher One-Night-Stand, bei dem Terror, Sex, Gewalt und deren skrupellose Vermarktung zum Vorschein kommen.

Mark Ravenhill, einer der populärsten Dramatiker des modernen britischen Theaters, befasst sich in diesem Stück mit der heutigen Medienwelt, die oft ausschließlich von der Einschaltquote regiert wird. Was sich verkauft, wird produziert; und es wird alles unternommen, um das Produkt erfolgreich auf dem Markt zu platzieren.


Pressestimmen


„ (...) Nur kurz, aber heftig geht dem Produzenten James ein Licht auf: „Das ist doch alles Sch…“, flüstert er. Trotz allem muss er ein Drehbuch für einen Film vermarkten. “Das Produkt“, Mark Ravenhills bitterböse Medien-Satire, ist der Monolog eines Schauspielers, der in alle Rollen schlüpft (…).“
„ (...) Anna-Lena Kühner arbeitet in ihrer Regie mit schlichten, aber deutlichen Bildern, bleibt eng am Text und lässt Hendrik Vogt alle Freiheiten, seine Rolle(n) zu interpretieren, die im Slapstick-Format auch für großen Spaß sorgen. Sparsame Video- und Musikbeiträge unterstreichen das Geschehen... Hendrik Vogt spricht und spielt einen atemberaubenden, 60-minütigen Monolog, der das „Kino im Kopf“ so aktiviert, dass man die Filmhandlung gesehen zu haben glaubt: Er schluchzt wie Amy oder tobt als wilde Furie. Als Mohammed spricht er besänftigend auf Amy ein, ist Beschützer und Gotteskrieger zugleich. Oder er ist die Dreijährige, die beim Disneyland-Massaker die Mama verliert und getötet wird. Das ist große Schauspielkunst (...)“.
Westdeutsche Zeitung, Veronika Pantel, 27.01.2012



" (...) DAS PRODUKT. 55 Ein Personen-Hochleistungsschauspielminuten (...)."
" (...) Hendrik Vogt legt in Das Produkt, einer messerscharfen Mediensatire des britischen Dramatikers Mark Ravenhill, einen heißen Ritt auf die Bühne des Schauspielhauses. Die Produkt-Premiere stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass auf den Punkt inszeniertes und gespieltes Theater es problemlos mit Kino oder TV aufnehmen kann. Weil unser Kopf die Bilder selber macht. Zu mal, wenn er den richtigen Input bekommt. Und solchen richtigen Input, den liefert Hendrik Vogt (…) alles erzählt, keucht, spuckt, schreit, flüstert Hendrik Vogt ganz allein. Die puristische Bühne komplett ausnutzend, und dabei nur von einer ihn selbst filmenden Didi-Cam sowie ein bisschen Musik unterstützt, spielt er einen kompletten Film. Vogt ist Produzent – und alle anderen Rollen: Er wandelt sich im Minutentakt, bewältigt – ohne einen einzigen Versprecher – gewaltige Textmengen plus einige sportliche Herausforderungen. 55 Minuten dauert das ganze nur – und bietet tiefe Trauer, gruselige Schauer, herzhafte Lacher, zärtlichen und brutalen Sex, bittere und verherrlichte Gewalt sowie blindgläubig motivierten Terror als ständiges in seiner Abfolge nicht vorhersehbares Trommelfeuer. Darüber hinaus ist Das Produkt aber vor allem ein (Zerr-)Spiegel. Eine gerade durch ihre ständige Überzeichnung exakte Wiedergabefläche für das, was wir längst schon gewohnt sind, wenn es darum geht, Schicksale für die Medien gnadenlos auszuschlachten. Kamera, Schnitt, jedes Detail – alles geplant. Der Zufall hat gegen das vom Dollarzeichen bestimmte (Kamera-)Auge des Produzenten keine Chance. Das ist ebenso abstoßend wie faszinierend, das lässt einen lauthals lachen und ebenso erschrocken innehalten – das macht nachdenklich. Vor allem, wenn das Publikum sich die Zeit nimmt, einmal einen Blick auf seine eigene Rolle als Publikum zu werfen. Wobei Hendrik Vogt es – neben allen anderen Hochklasseleistungen – auch noch schafft, seiner Rolle genau dieses doppelte, zerrissene Gesicht zu geben: Er will diesen Film, er will diese Schauspielerin in dieser Rolle – und doch: Er ekelt ihn auch an, sein dreckiger, bis zum kleinsten Tropfen Blut, Sperma und Tränenflüssigkeit kalkulierender Beruf (…) ausgezeichnetes modernes Theater. Ein starkes Argument für Wuppertals Schauspiel (...)."
Wuppertaler Rundschau, Stefan Seitz, 08.02.2012



„(...) Diese ziemlich krude Handlung in der Handlung vom New English Drama-Helden Mark Ravenhill hat Anna-Lena Kühner im Kleinen Schauspielhaus inszeniert. Auf einer fast leeren Bühne, mit wenig Requisiten, mit ein bisschen Okkupation der ersten Zuschauerreihe und einem fulminant auftrumpfenden Schauspieler. Hendrik Vogt muss alles geben, um zwischen Produzent und Terrorist, zwischen Amy und Olivia zu bestehen. Der Monolog ist mörderisch, wie die Handlung, die Ravenhill selbst 2005 in Edinburgh bei der Uraufführung spielte… Anna-Lena Kühner erledigt die Choreographie auf der Bühne mit einfachen Moves zwischen Publikum, Sessel und ein bisschen Video. Dafür hat die Arbeit mit Hendrik Vogts Textmenge mehr Arbeit beansprucht. Das Ergebnis im Angesicht der Discokugel ist absolut sehenswert... In Wuppertal bleibt man sich treu: kleine schnittige Stückbearbeitung, aber (...) mächtig große Wirkung (...).“
engels Magazin, Peter Ortmann, 03/2012


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