Hochgeistig- Rauschhaft es Reisepoem von Wenedikt Jerofejew
Szenische Lesung
8.16 Uhr, Kursker Bahnhof, Gleis 4: von Moskau nach Petuschki. Sein Köfferchen fest ans Herz gedrückt, besteigt Wenitschka den Vorortzug nach Petuschki. Dort warten seine rothaarige Geliebte und sein Sohn. Die Reise gerät allerdings aus der Bahn und wird zu einer alkoholgetränkten, skurrilen Odyssee: Wenitschka trinkt, die Mitreisenden trinken, und sogar der Oberschaffner gesellt sich hinzu und lässt sich die Wegstrecke mit Wodka bezahlen. Von Station zu Station und von Flasche zu Flasche werden Wenitschkas Gespräche mit den Mitreisenden absurder, die Monologe aberwitziger.
Kein Gesprächsthema, dass den Genuss von Alkohol berührt, wird ausgelassen; etwa die Frage, wie es die deutschen Klassiker Goethe und Schiller mit dem Trinken hielten. Jerofejews anspielungsreiche und geistvolle Reisebeschreibung einer vordergründig feuchtfröhlichen Zugfahrt gehört zu den modernen Klassikern der russischen Literatur und hat Kultstatus.
– "Geht es etwa nicht ohne Trinken? Sich zusammennehmen und nicht trinken? Geheimrat Goethe z.B. hat gar nicht getrunken."
– "Hat nicht getrunken? Gar nicht? Schiller bringt ihm etwas – und er lehnt ab? – Dass ich nicht lache. Alkoholiker war er, ein Alkasch reinsten Wassers war er, Ihr Geheimrat Goethe! Und seine Hände haben gezittert!…"
AUF EIN GLÄSCHEN MIT Artur Andreasjan (Moskau), Lutz Wessel (Hamburg) , Friederike Pöschel (Berlin) und Andreas Petri (Hamburg)
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