Wuppertaler Bühnen - Oper //// Schauspiel

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Oper in drei Akten von Guiseppe Verdi
Text von Antonio Somma nach dem Drama Gustave III ou le Bal Masqué von Eugène Scribe
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Die geplante Uraufführung des Stückes in Neapel fand nicht statt, da Verdi aufgrund untragbarer Forderungen der bourbonischen Zensurbehörde das Stück zurückzog. Im Kirchenstaat Rom war man gnädiger, es wurde lediglich die Verlegung der Handlung aus Schweden – das Attentat 1792 auf den schwedischen König Gustav III. war reales Vorbild – in das Amerika des 16. Jahrhunderts verlangt. Gustavo ist ein guter Herrscher, und doch ist eine Verschwörung gegen ihn im Gange. Als sein Vertrauter Renato ihn darauf aufmerksam macht, winkt er ab: Amelia, in die er verliebt ist, ist sein einziger Gedanke. Doch sie ist verheiratet – mit Renato. Politik wird zum Werkzeug seiner Rache, als der verzweifelte Renato den Verschwörern sich als Verbündeter anbietet. Auf einem Maskenball
werden sich Gustavo und Amelia einig, dass ihre Liebe keine Zukunft hat, doch die Maschinerie der Vergeltung ist nicht mehr zu stoppen. Musik von Hass, Eifersucht, tragischer Liebessehnsucht und deren Verzicht wechseln ab mit ironisch kontrastierenden Schlaglichtern auf die Begleitumstände der großen Emotionen. Inmitten des großen Melos setzt Verdi realistisch-musikdramatische Widerhaken.


Pressestimmen


(...) Giuseppe Verdi ist ein Meister, der es rundum überzeugend versteht, Gefühls- und Gemengelagen in durch und durch sprechende Musik zu kleiden, auch gerade in Un ballo in maschera … Regisseur Johannes Weigand verzichtet in seiner Inszenierung auf Politisches, stellt einzig und allein die menschliche(n) Tragödie(n) ins Zentrum seiner Inszenierung … Florian Frannek am Pult des Sinfonieorchesters Wuppertal spürt den Stimmungen der Partitur sehr differenziert nach, bringt die Holzbläser zum Blühen, sorgt für samtigen Streicherglanz… Kay Stiefermann (Renato) liefert in dieser Inszenierung die wohl stärkste Charakterzeichnung als bester Freund des Grafen Riccardo, der sich in dessen Mörder verwandelt. Eine durch alle Lagen hindurch ebenmäßige und überaus kultivierte Stimme, raumgreifend, unfehlbar in der Intonation, darstellerisch grandios … Melba Ramos singt die Amelia – und bekommt schon im 2. Akt für ihr „Ecco l’orrido campo“ rauschenden Szenenapplaus. Dann ihr „Morrò, ma prima in grazia“, die Bitte an ihren Gatten, ihren Sohn noch einmal sehen zu dürfen: ein zutiefst berührender Moment (...)!" Christioh Schulte im Walde, Theaterpur, 02 / 13


„ (...) Wuppertals Hausherr Johannes Weigand ist der Regisseur dieser Neuinszenierung. Seine Handschrift ist geprägt von handwerklicher Präzision und einem klaren Blick auf die Konflikte der Handelnden. Es wurde ein subtiles Kammerspiel, plausibel erzählt mit kleinen Gesten, spannend und ohne große Attitüde. Ergänzend dazu war die Bühnenausstattung. Der Bühnenbildner Moritz Nitsche fand mit einfachsten Mitteln zu absolut ansprechenden Lösungen. Sehr schön waren die eleganten, üppigen Kostüme, die Judith Fischer entworfen hatte … Musikalisch wurde diese Premiere zu einem ganz großen Abend. Das Sinfonieorchester Wuppertal war in bestechender Form. Unter der straffen, zupackenden Leitung von Florian Frannek zeigte es sich als intensiv musizierendes Verdi-Orchester, farbig, präsent und von bestechender Ausgewogenheit. Frannek zeigt sich immer mehr als präziser und aufmerksamer Begleiter. Auch an diesem Abend führte er alle Mitarbeiter sicher zu einer geschlossenen, engagierten Leistung … Einfach großartig war Melba Ramos (…) Sie gestaltete die Amelia in ihrer ´ganzen Bandbreite. Von feinen Piani bis zu kraftvollen Spitzentönen wurde alles eingebunden in eine hochrangige musikalische Gestaltung, die konform ging mit darstellerischer Intensität. Als Riccardo stellte sich ein Tenor aus Chile vor. Felipe Rojas Velozo verfügt über einen kleinen, aber sehr feinen Tenor von großer Beweglichkeit und gut sitzend in allen Registern. Er phrasierte sehr musikalisch und konnte spielerisch überzeugen. (…) Sehr eindrucksvoll gestaltete Kay Stiefermann die Bariton-Partie des Renato. Seine kernige Höhe wurde ohne zu protzen eingesetzt. Überhaupt verließ er nie, bei aller Impulsivität des Vortrages, die Linie des Wohlklanges. (…) Mit glockenklarem Sopran und quirliger Agilität wusste Elena Fink dem Pagen Oskar Profil zu geben. Gute Leistungen in den kleineren Rollen erfreuten ebenso, wie die tadellose Leistung des Chores (Einstudierung Jens Bingert). Das Publikum zeigte sich begeistert und spendete kräftigen Beifall (...)."  IOCO, 24.02.13


„ (…) Die Kostüme von Judith Fischer sind dabei opulent und nahezu historisierend gehalten. Welche Vielfalt sie beim Maskenball im letzten Akt mit weißen Barockperücken und den obligatorischen schwarzen Masken auf die Bühne stellt, ist für den Betrachter eine wahre Augenweide (…) Musikalisch lässt der Abend keine Wünsche offen. Felipe Rojas Velozo wird zwar als stark erkältet angesagt, meistert die Partie des Riccardo allerdings mit tenoralem Glanz (…). Mit großer Leidenschaft präsentiert er im ersten Akt seine Arie "La rivedrà nell'estasi", in der er seiner Freude darüber Ausdruck verleiht, die von ihm begehrte Amelia auf dem Maskenball wiederzusehen. Auch das Duett mit Melba Ramos im zweiten Akt, in dem sich Riccardo und Amelia ihre Liebe gestehen, entwickelt sich zu einem musikalischen Höhepunkt des Abends (…) Ensemblemitglied Kay Stiefermann kann mit der Partie des Renato seinem umfangreichen Repertoire nach dem Holländer eine weitere großartige Charakterpartie hinzufügen. Neben seinem fulminanten Bariton begeistert vor allem der bewegende Wandel vom treu ergebenen Freund zum erbitterten Feind, nachdem er sich selbst als Betrogener sieht. Als Amelia konnte Melba Ramos gewonnen werden, die nach vielen Jahren wieder an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt ist und nun Zeugnis davon ablegt, dass ihr lyrischer Sopran sich in dramatische Richtung weiterentwickelt hat. (…) Die Interpretation ihrer Arie im dritten Akt "Morrò, ma prima in grazia", in der sie ihren Mann darum bittet, vor ihrem Tod noch einmal ihren geliebten Sohn umarmen zu dürfen, löst beim Publikum einen regelrechten Begeisterungssturm aus (…) Florian Frannek zaubert mit dem Sinfonieorchester Wuppertal einen beschwingten Verdi-Klang aus dem Orchestergraben, und auch der von Jens Bingert einstudierte Chor präsentiert sich homogen und spielfreudig. Gleiches gilt auch für die weiteren kleineren Partien, aus denen vor allem Martin Js. Ohu als Verschwörer Tom mit markantem Bass hervorsticht. So gibt es am Ende lang anhaltenden und verdienten Applaus für alle Beteiligten.(…) Weigand beschert dem Publikum mit einer großartigen Besetzung einen rundum stimmigen Maskenball, der Garant für ausverkaufte Vorstellungen sein dürfte (...).“ Online Musik Magazin, 27.02.13, Thomas Moelke


„(…) Melba Ramos meistert die zerrissene Amelia ganz hervorragend. Ihre beiden Arien werden sogleich mit begeistertem Applaus bedacht – zu Recht! Wie sie ist auch Kay Stiefermann ein Sänger, der Verdi mit der ganzen Bandbreite seiner Möglichkeiten interpretiert. Dieser markant vorgetragene Renato entwickelt sich neben der Ramos zu einem Publikumsliebling (...).“ Opernnetz, 25.02.13, Christoph Broermann

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