Wuppertaler Bühnen - Oper //// Schauspiel

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Wie ein Damoklesschwert hängt die Abrissbirne über Käthe Hermanns Haus. Es soll dem Braunkohletagebau weichen. Doch nicht mit Käthe! Die hat in ihrem Leben schon viel zu viel anderen Menschen geopfert. Zum Beispiel ihrem verstorbenen Mann Hans und den zwei Kindern ihre Karriere als Tänzerin. Nun ist sie an der Reihe: Zwangsumsiedlung kommt nicht in Frage, ganz im Gegenteil: Renoviert wird das Haus und das Wohnzimmer zur Bühne gemacht. Denn weil Tochter Irmi und der gelähmte Sohn Martin, bereits erwachsen, immer noch zuhause leben, geben sie das ideale Publikum für die allabendlichen Tanzvorführungen ihrer Mutter ab, hängen aber auch ihren eigenen Träumen nach: Irmi hofft, ihr Sohn werde irgendwann zurückkehren; Martin wünscht sich, stark und überlegen, statt an einen Rollstuhl gefesselt zu sein. Das kleine familiäre Widerstandskollektiv lebt aber nicht nur mit der äußeren Bedrohung der Bagger; auch im Inneren zeigen sich bald die emotionalen Krater zwischen den Dreien. Indem sie sich gegenseitig ihr Fundament aus Illusionen untergraben, bleibt ihnen auf ihrer kleinen Insel immer weniger Platz.
Innerhalb kurzer Zeit hat sich Anne Lepper, die in Wuppertal lebt, einen Namen in der deutschen Gegenwartsdramatik gemacht. Nach Uraufführungen am Staatstheater Hannover und Theater Bielefeld ist es geradezu überfällig, ihr Werk den Wuppertalern näher zu bringen.


Pressestimmen


„ (…) Bildgewaltige „Käthe Hermann“ in Wuppertal. Die Bühne, auf der Regisseur Jakob Fedler mit ausgewogener Balance einen dichten Abend voller Tragik und Komik spinnt, ist schlichtweg verblüffend – verblüffend überschaubar, aber auch verblüffend symbolisch. [...] Thomsen und Fedler spitzen Anne Leppers Groteske angemessen zu. Das Familientrio hockt pausenlos aufeinander, kann aber trotzdem keine richtige Nähe aufbauen. Immer wieder ist eine große Distanz zwischen den schrägen Revoluzzern zu spüren, die jedoch Entscheidendes gemeinsam haben: Sie flüchten sich in Illusionen – jeder auf seine Weise [...]  Fedler arbeitet bei allem Seelenschmerz auch den Witz heraus: Inmitten der größten Tragik lässt er die Schauspieler Schlager und Evergreens singen, also von Heiterkeit und Harmonie schwärmen. Verstörend-verräterisch ist indes die Sprache, mit der sich die Figuren  ihr Weltbild zurechtbiegen und sich gegenseitig manipulieren (…).“  Martina Thöne, Westdeutsche Zeitung, 26.11.2012



 „ (...) Regisseur Jakob Fedler findet in der konzentrierten Aufführung eine Interpretationslinie, die nicht nur in trostlose Schwärze führt. Er lässt die Schauspieler ab und zu romantische Lieder singen, die sich von großer Sehnsucht und Hoffnung nähren. Die intonierte Heiterkeit schafft Inseln der Entlastung von den zynischen Giftpfeilen, die Neurosen-Käthe ständig abschießt (...).“ Christian Peiseler, Bergische Morgenpost, 27.11.2012


" (...) Käthe Hermann ist packendes Theater auf hohem Niveau. Mit drei Schauspielern, die auf einer leeren Bühnen ihre leehren Seelen sehen lassen (...)." Wuppertaler Rundschau, Stefan Seitz, 12.12.2012

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