Wuppertaler Bühnen - Oper //// Schauspiel

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Langeweile! Überdruss! Sinnkrise! Und zudem soll Prinz Leonce auch noch auf Geheiß seines konfusen Vaters, Königs Peter von Popo, die Prinzessin Lena von Pipi heiraten, die er noch nie zuvor gesehen hat. Dann doch lieber Sandkörner zählen und auf Steine spucken. Oder aber, besser noch, mit seinem trinkfreudigen und verfressenen Diener Valerio nach Italien flüchten. Unterwegs begegnet er dann Lena, die sich ebenfalls samt Gouvernante auf der Flucht vor der verordneten Ehe mit dem ihr unbekannten Gemahl befindet. Natürlich verlieben sich Leonce und Lena ineinander – ohne zu wissen, wer der andere ist. Verkleidet und sich immer noch fremd kehren sie nach Popo zurück und heiraten. Doch als sie ihre Masken lüften, müssen sie erkennen, dass sie genau dort gelandet sind, wo sie doch niemals hin wollten!
Büchners Lustspiel von 1836 kommt leichtfüßig daher, dabei ist es gespickt mit satirischen Anspielungen und versteckten Boshaftigkeiten, mittels derer Büchner das Duodezfürstentum seiner Zeit und die Gedankenleere des herrschenden Adels aufs Korn nahm. Und es erzählt von möglichen Gemütszuständen einer jungen Generation: Antriebslosigkeit, Unsicherheit, Zukunftsangst, Verweigerung und Auflehnung gegen Strukturen und Autoritäten. Kommt einem irgendwie bekannt vor …


 


Moritz Holler, Bergische Blätter, Februar 2013 „ (...) So hat man den Klassiker LEONCE UND LENA von 1836 noch nicht gesehen (...) Doch sind die Inszenierung von Markus Lobbes als auch Bühnenbild von Pia Maria Mackert derat außergewöhnlich und unkonventionell, dass sie eine genauere Betrachtung verdienen. Die Kostüme der sechs Darsteller sind allesamt diverse Spielarten japanischer Populärkultur (…) Die Schauspieler sehen leicht irre aus und verhalten sich hin und wieder dementsprechend.“
„Es prallen zwei Welten aufeinander. Zum einen ist da die moderne Oberfläche: neben den abgedrehten Kostümen  die minimalistische, ganz in weiß gehaltene Bühne (…) Zum Anderen ist da die eloquente und wunderschöne Ausdrucksweise, deren geschwätzige Sprecher um keine verdrehte Metapher verlegen zu sein scheint – und an der man sich kaum satthören kann.“
„Die Darstellung ist anspruchsvoll und innovativ, geradezu spektakulär und dazu noch äußerst witzig (…)Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall (…) Die Schauspielerei ist auf gewohnt hohem Niveau und weiß restlos zu überzeugen. Es ist eine mutige, im wahrsten Sinne des Wortes schräge Inszenierung und ein toller Auftakt für 2013, der Hoffnung darauf macht, dass die hohe Qualität der Bühnen auch in diesem Jahr gehalten werden kann (…).“

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