Theatergeschichte Elberfeld
1806
Bau des ersten Elberfelder Theaters an der Hofaue durch eine
Aktiengesellschaft.
1809
Eröffnung des Schauspielbetriebs durch die Düsseldorfer Theater-Direktion. Da Elberfeld über kein eigenes Ensemble verfügt, regelmäßige Gastspiele des Bergischen Theaters Düsseldorf.
In den folgenden Jahren wird das Gebäude unter französischer
Fremdherrschaft als Lazarett für verwundete Soldaten und als Gefängnis für Elberfelder Bürger genutzt, deren wehrfähige Söhne vor Napoleons Rekrutierungskommandos geflohen waren
1821
Fertigstellung eines Theatersaals hinter dem "Zweibrücker Hof" in EIberfeld. Düsseldorfer Theatertruppe führt zum Auftakt Rossinis Oper "Tancred" auf.
1825
Der Elberfelder Theatersaal wird aus feuerpolizeilichen Gründen geschlossen.
1826
Neueröffnung eines provisorische Theaterlokals am Museumsgarten.
Premiere mit dem Drama "Die Ahnfrau" von Grillparzer.
1833
Beendigung des Provisoriums. Einweihung eines Aufführungsraums in der Elberfelder Reitbahn in der Luisenstraße. Auf dem Programm steht die Oper "Die weiße Dame" von Francois Adrien Boieldieu.
1835
Der bedeutende Theatermann Karl Lebrecht Immermann übernimmt neben der Direktion der Düsseldorfer Bühne auch die Leitung des Elberfelder Theaters. Als Einstand wird ein Prolog von Immermann rezitiert. Nach einer Sinfonie von Beethoven folgen zwei Lustspiele
1836
Enttäuscht und verbittert über das Publikum und die Arbeitsbedingungen im "Reitbahn Theater" verlässt Immermann seine Elberfelder Wirkungsstätte.
1841
Gründung der "Aktiengesellschaft Theaterverein" mit dem Ziel, auf privater Ebene "in der Stadt Elberfeld ein neues Theatergebäude zu errichten" .
1844
Eröffnung des neuen, von der Aktiengesellschaft erbauten Theaters an der Hofaue. Premiere des Stücks "Ein Glas Wasser" von Eugeme Scribe.
1845
Gründung des Theatervereins "Minerva" in Elberfeld.
1850
Schließung des Theaters aus finanziellen Gründen.
1852
Wiedereröffnung mit einem italienischen Opernabend.
1857
Verpachtung des Theatergebäudes an Gustav Küpper und Julius Langenbach, die vorwiegend volkstümliche Stücke aufführen.
1861
Übernahme des Theaters durch Abraham Küpper ("Oweram Küpper"), der als Elberfelder Original gilt. Spielplan wird nach rein kommerziellen Gesichtspunkten gestaltet.
1871
Neukonstituierung der bisherigen Aktiengesellschaft als" Theater-Verein-AG" .
1882
Elberfelder Theater in der Hofaue wird wegen akuter Feuergefahr geschlossen.
1888
Einweihung des neuen Elberfelder Stadttheaters am Brausenwerth. Aufführung eines Festspiels des Elberfelder Dichters Friedrich Roeber. Ferner: Goethes "Iphigenie" und, Mozarts "Figaro".
1906
Eröffnung des Thalia-Theaters in Elberfeld als Operettenbühne.
1919
Zusammenschluss der Theater in Barmen und Elberfeld zu den "Vereinigten Stadttheatern Barmen-Elberfeld". Robert Volkner wird Intendant.
1872
In Barmen, das bisher keinen Musentempel hatte, wird eine "Stadttheater-Aktiengesellschaft" gegründet.
1874
Eröffnung des Barmer Stadttheaters an der Ecke Fischertal/Neuer Weg mit der Aufführung der Oper "Freischütz" von Carl Maria Weber und des Dramas "Don Carlos" von Schiller. Die Theatervereine in Barmen und Elberfeld einigen sich auf die gemeinsame Leitung beider Bühnen unter dem Direktor Martin Wihrler, der bis 1877 in Wuppertal bleibt.
1875
Das neue Haus in Barmen fällt einem schweren Brand zum Opfer und muss seine Pforten schließen.
1876
Wiedereröffnung des Barmer Stadttheaters mit "Figaros Hochzeit" von Mozart.
1902
Brand im Barmer Stadttheater, dem der gesamte Bau einschließlich des Fundus zum Opfer fällt. Endgültige Schließung.
1905
Fertigstellung des neuen Theaters an der Ecke Spinnstraße/Neuer Weg (heute Opernhaus). Aufführung des "Tannhäuser" von Richard Wagner.
1919
Zusammenschluss der Theater in Barmen und Elberfeld zu den "Vereinigten Stadttheatern Barmen-Elberfeld". Robert Volkner wird Intendant.
1921
Dr. Paul Legband löst Volkner als Intendant ab.
Gründung der Freien Volksbühne als Besucherorganisation. Ende des Jahres zählt die Freie Volksbühne Barmen-Elberfeld insgesamt 4000 Mitglieder.
1922
Die Bühnen stehen wegen großer finanzieller Engpässe vor ihrer Schließung.
Bildung des Bühnenvolksbundes in Barmen, dem 1927 eine Elberfelder Gruppe folgt.
1925
Paul Henning wird als Nachfolger von Legband zum Intendanten bestellt.
1929
Nach der Städtevereinigung erhält die Theatergemeinschaft den Namen "Städtische Bühnen Wuppertal". Ihr erster Intendant ist Otto Maurenbrecher. Dem Schauspiel vorbehalten ist das Elberfelder Haus, während das Barmer Theater im wesentlichen der Oper dient.
1932
Die Bühnen stehen vor der völligen Schließung und können nur durch die Gründung einer Theaterbetriebs-GmbH. gerettet werden.
Paul Smolny ersetzt Maurenbrecher als lntendant.
1933
Gleichschaltung der Wuppertaler Bühnen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Entlassung politisch unliebsamer Mitarbeiter und Künstler.
Auflösung des Bühnenvolksbundes.
Überführung der Freien Volksbühne in die Nationalsozialistische Kulturgemeinde.
1934
Dr. Günther Stark löst Smolny ab und bleibt als Intendant bis 1941 in Wuppertal.
1935
Die Vorschau auf die Spielzeit 1935/36 wird durch zwei Propagandazitate von Hitler und Goebbels eingeleitet.
1939
Elberfelder Theater wird als unbespielbares Haus endgültig
geschlossen.
Umbau des Barmer Theaters, das nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen im selben Jahr wiedereröffnet wird.
1941
Nachfolger von Intendant Stark wird Erich Alexander Winds.
1942
"Ring"-Festspiele unter dem Dirigat von Hans Knappertsbusch im Barmer Theater mit Gästen von den Staatsopern Berlin, Dresden, München und Wien.
1943
Schwere Luftangriffe auf Barmen und Elberfeld. Das Barmer Haus wird zerstört, das Elberfelder Theater schwer beschädigt. Letzte Aufführung in Barmen: Goethes "Egmont". Elberfelder Stadthalle wird Theaterausweichstelle.
1944
Schließung des Stadttheaters und Beendigung des Musiklebens auf Befehl des Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz.
1945
Als erste Stadt in Westdeutschland eröffnet Wuppertal wieder zwei Bühnen: Stadthalle Elberfeld als Opernhaus und Festsaal der Gesellschaft "Union" in Unterbarmen als Kammerspiele. Eröffnet wird die Spielzeit 1945/46 in der Stadthalle mit „Fidelio“, in den Kammerspielen mit dem Lustspiel "Charleys Tante".
Erich Alexander Winds, der sein Amt 1944 niedergelegt hatte, wird erneut verpflichtet.
Freie Volksbühne wird als Kulturgemeinde Volksbühne wieder ins Leben gerufen.
Neugründung des Bühnenvolksbundes zunächst im Rahmen der Albertus-Magnus-Gesellschaft, später als Christlicher Theaterring; seit 1950 Theatergemeinde Wuppertal.
1949
Das neue Theater an der Bergstraße in Elberfeld wird mit der Aufführung des Schauspiels "Elisabeth und Essex" von Hans Rehberg eingeweiht.
1950
Fusion der Städtischen Bühnen Wuppertal und Solingen.
1951
Die Ruine des Elberfelder Theaters am Brausenwerth wird beseitigt.
1952
"Arbeitsgemeinschaft Wuppertaler Opernhaus" tritt für den Wiederaufbau des Barmer Theaters ein.
1953
Helmut Henrichs wird als Nachfolger von Winds Intendant.
1954
Gründung des Kammertheaters "Pikkolomödie" unter Dr. Heinz Wildhagen (bis 1969; danach Theater an der Gathe unter Wolfgang Eisenbach).
1955
Auflösung der Theaterfusion mit Solingen, da sie keine wirtschaftlichen Vorteile brachte.
1956
Wiedereröffnung des grundlegend umgestalteten Barmer Opernhauses.
Eröffnungsveranstaltung mit Paul Hindemiths Werk "Mathis der Maler" .
1958
Dr. Grischa Barfuß löst Helmut Henrichs als Intendant ab.
1964
Arno Wüstenhöfer wird Nachfolger von Barfuß, der nach Düsseldorf geht.
1966
Eröffnung des neuen Schauspielhauses an der Kluse in Anwesenheit von Bundespräsident Heinrich Lübke mit "Nathan der Weise". Premiere des ursprünglich zur Eröffnung vorgesehenen Schauspiels "Die Wupper" von Else Lasker-Schüler am Tag darauf.
1988
Holk Freytag löst Jürgen Fabritius ab.
1996
Die Wuppertaler Bühnen und das Musiktheater im Revier (Gelsenkirchen) fusionieren zum Schillertheater NRW
1999
Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch wird eigene GmbH und gehört nicht mehr der Schillertheater NRW GmbH an
2000
Der neu gewählte Wuppertaler Stadtrat beschließt das Ende der Fusion mit Gelsenkirchen.
2001
Die Wuppertaler Bühnen GmbH entsteht neu mit den Sparten Oper und Schauspiel. Gerd Leo Kuck wird Generalintendant.
2003
Das Opernhaus wird sanierungsbedingt geschlossen. Beide Sparten der Wuppertaler Bühnen und das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch nutzen gemeinsam die Bühne des Schauspielhauses. Zusätzlich werden verschiedene Spielorte in der Stadt vorübergehend genutzt.
2009
Das Opernhaus wird nach erfolgter Sanierung am 18. Januar mit einem Festakt wieder seiner Bestimmung übergeben. Als Nachfolger des Generalintendanten Gerd Leo Kuck treten zu Beginn der Spielzeit 2009/2010 zwei Intendanten neu an: Johannes Weigand (Opernintendant) und Christian von Treskow (Schauspielintendant). Kaufmännischer Geschäftsführer bleibt Enno Schaarwächter. Beide Sparten der Wuppertaler Bühnen und das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch nutzen gemeinsam die Bühne des Opernhauses. Zusätzlich wird eine neue Spielstätte mit 126 Plätzen, das KLEINE SCHAUSPIELHAUS, im Foyer des Schauspielhauses eingerichtet.