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Nemorino, ein armer junger Mann, etwas einfältig, aber lieb, schmachtet unglücklich nach der selbstbewussten, munteren Adina, die mit dem gutaussehenden Offizier Belcore flirtet. Der verzweifelte Nemorino schnappt die Geschichte des Liebestranks von Tristan und Isolde auf. Bei dem Quacksalber Dulcamara fragt Nemorino nach jenem Trank. Sofort verkauft ihm Dulcamara ein Fläschchen davon. Binnen 24 Stunden soll der unauffällig nach Bordeaux schmeckende Trank denjenigen, der ihn zu sich nimmt, unwiderstehlich machen. Als der Trank zunächst keine Wirkung zeigt, verdingt sich Nemorino bei seinem Konkurrenten Belcore als Soldat, damit er wieder Geld für eine weitere Portion Liebestrank hat. Inzwischen hat sich die Nachricht verbreitet, dass Nemorino eine große Erbschaft gemacht hat, plötzlich sieht er sich von allen Damen heftig umschmeichelt und auch Adina zeigt Gefühle für den bislang Verschmähten. Nemorino, der von seiner Erbschaft noch nichts weiß, glaubt, dass der Liebestrank endlich wirkt.
So amüsant das Stück ist, so leichtfüßig und elegant Donizettis Musik klingt, es steckt ein existenzielles Thema in der Komödie, an der mancher Mensch verzweifelt: Was macht uns liebenswert? Die Schönheit, das Geld, ein bestimmtes Charisma? Welcher Zauber hilft uns, Liebe zu erwecken, wonach wir uns alle sehnen? Volker Schmalöers Inszenierung versetzt die Geschehnisse in ein schickes Wellness-Hotel unserer Zeit und hinterfragt den aktuellen Beauty-Wahn: Gesichtsstraffung, Botoxspritze oder Penisverlängerung, was hilft wirklich?