Grundeinkommen in Wuppertal
Film und Diskussionsabend
am 7.05.2010 im Kleinen Schauspielhaus
Eine sich fortschreitend verschlimmernde Lage der Kommunen, die strukturellen, wirtschaftlichen Umbrüche, Modernisierungen, Verlust von Lohnarbeit, steigende Sozialtransfers und fehlende Steueraufkommen führen wiederum zu hilflosem Aktionismus von Stadt- und Landesparlamenten. Durch Umschichten, Sparen und Privatisieren versucht man sich aus der Klemme zu befreien und den Kollaps abzuwenden, ein Teufelskreis, aus dem es kaum einen Ausweg zu geben scheint.
Exemplarisch für diese Situation steht die Stadt Wuppertal. Barmen-Elberfeld war seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts eines der größten Wirtschaftszentren und ist neben Leipzig die älteste Industriestadt Deutschlands. Nach einem Jahrzehnte andauernden wirtschaftlichen Niedergang und Schrumpfungsprozess steht die Stadt derzeit im Mittelpunkt des medialen Interesses, weil hier die Folgen der Krise eklatant sichtbar werden. Neben der angekündigten Schliessung von Freibädern und Bibliotheken steht der einstige Stolz der Stadt, das Schauspielhaus bzw. die komplette Schauspielsparte, aktuell zur Disposition. Die Logik des Sparens wird jedoch die ausweglose Situation der überschuldeten Kommunen nicht ändern können, sondern höchstens ein kurzfristiges Luft schnappen ermöglichen, gleichzeitig aber viel Schaden anrichten.
Der Film Grundeinkommen - Ein Kulturimpuls D/CH 2008, von Enno Schmidt und Daniel Häni, schaut zurück auf das Entstehen der modernen Arbeitsgesellschaft, die Entwicklung des Sozialstaats, und stellt die Frage nach der kulturellen Teilhabe des Menschen. Die derzeitigen Lösungsansätze werden hinterfragt sowie kühne Aussichten auf ein neues kulturelles, soziales und gesellschaftliches Miteinander gewagt. Längst selbstverständlich gewordenen Begriffe wie Arbeitslosigkeit oder Vollbeschäftigung werden auf ihren Sinn überprüft, sowie weitergehende Überlegungen zu einem neuen Verständnis von Lohn- bzw. Arbeit, Grundrechten, Freizeit versus Freiheit angestellt.
Der Filmabend mit anschliessender Diskussion möchte zum Weiterdenken anregen. Nach dem Film (ca. 100 Min.) werden sich Enno Schmidt, Künstler (einer der beiden Autoren des Films), zusammen mit Hermann Ott, Ökologe und Klimawissenschaftler (MdB Bündnis 90/Die Grünen Wuppertal) der Diskussion mit dem Publikum stellen.
Eine Initiative von Stefan Pangritz
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