Kinder der Sonne

Kinder der Sonne

von Maxim Gorkij
Deutsch von Ulrike Zemme
Wiederaufnahme: Fr. 30. September 2016, 19:30 Uhr, Theater am Engelsgarten

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Im Hause Protassow, 1892. Es sind privilegierte Menschen: Künstler, Wissenschaftler, Intellektuelle, die im Haus des Biochemikers Protassow am Bild einer heiteren, strahlenden Zukunft basteln. Draußen wütet die Cholera.

Protassow hat für seine Forschungen sein Vermögen aufgebracht und sich der Aufgabe verschrieben, „einen glücklichen und edlen Menschen zu erschaffen“. Sein Credo: „Wir Menschen sind alle Kinder der Sonne!“
Seine Frau fühlt sich vernachlässigt und wird von Wagin heftig umworben. Seine sensible Schwester Lisa hat Angstattacken und Lebensängste. Und da ist noch die reiche Witwe Melanija, die Protassow auf das lächerlichste anbetet, und der Tierarzt Tschepurnoj, der schon seit langem in Protassows Schwester Lisa verliebt ist. Schließlich der Schlosser Jegor, er schlägt seine Frau, prügelt sich, trinkt und randaliert. Ganz von ihren Leidenschaften erfüllt, leben diese Kinder der Sonne von der Wirklichkeit abgeschottet wie auf einem fernen Planeten in einem luftleeren Raum: Draußen rottet sich das Volk zusammen, die Revolution ist nicht aufzuhalten…

Maxim Gorkij schrieb Kinder der Sonne, als er in der Peter-und-Paul-Festung in St. Petersburg nach dem Aufstand 1905 inhaftiert war. Er beschreibt das Versagen der russischen Intelligenzija: Die Arbeiter und Bauern müssen sich ihren Zugang zu Kunst, Kultur und Wissenschaft selbst erkämpfen. Gorkij zeichnet das düster-komische Bild einer Gesellschaft, die bemüht ist, eine bessere Welt zu schaffen und auf die sich abzeichnende soziale Katastrophe zu reagieren.

MAXIM GORKIJ, dessen Pseudonym „der Bittere“ bedeutet, war bereits mit 10 Jahren auf sich allein gestellt. 1868 geboren in Nischniij-Nowgorod als Sohn eines Wolga-Treidlers, aufgewachsen unter ehemaligen Sibirien-Sträflingen und revolutionären Studenten, war er zu Fuß durch Russland gewandert, hat in vielen Berufen gearbeitet. Nach seinem literarischen Debüt arbeitet er als Reporter, schreibt Erzählungen. Nach seinem Gedicht Der Sturmvogel wurde er als Sturmvogel der Revolution gefeiert, verhaftet, verbannt. Protegiert von prominenten Schriftstellern wie Wladimir Korolenko, veröffentlichte er 1901 sein erstes Stück. In seinem Werk thematisiert er den Umbruch in der russischen Gesellschaft und die sozialen Missstände. Durch sein politisches Engagement verfolgt und diffamiert, ermöglichte ihm 1928 eine Amnestie seine Rückkehr nach Russland, wo er zur Leitfigur der kommunistischen Kulturdoktrin wurde. Stücke u.a. Kleinbürger, Nachtasyl, Die Feinde, Sommergäste, Barbaren.

Aufführungsdauer ca. 2 Stunden, eine Pause

Besetzung

Alexander Peiler
Pawel Fjodorowitsch Protassow

Philippine Pachl
Lisa, seine Schwester

Tinka Fürst
Jelena Nikolajewna, seine Frau

Lukas Mundas
Dmitrij Sergejewitsch Wagin

Stefan Walz
Boris Nikolajewitsch Tschepurnoj

Julia Reznik
Melanija, seine Schwester

Miko Greza
Nasar Awdejewitsch

Lilay Huser
Antonowna, Kinderfrau

Ann-Kristin Lutz
Fima, Dienstmädchen


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