Matthäus Passion 2727

Matthäus Passion 2727


So. 02. April 2017, 18:00 Uhr, Opernhaus

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Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion ist die bedeutendste Vertonung der biblischen Leidensgeschichte Christi in der abendländischen Musik- und Kulturgeschichte. Sie ist ein Kulturschatz völkerverbindender Dimension. Durch dieses Werk „inspiriert“, entwickelt sich ein spannungsvoller Abend von 75 Minuten. Der Titel Matthäus-Passion-2727 ist inspiriert durch die Fragen, was mit diesem Werk wohl 1000 Jahre nach seiner Uraufführung 1727 geschehen sein wird und was auf dem Weg dorthin geschieht. Nicht Weltanschauungen, nicht Lehrsätze werden durch Bachs Musik auf der Bühne tanzend übersetzt. Vielmehr kommen universell geltende menschliche Erfahrungen ins Spiel und zu Gehör: Leid und Neid, Trauer und Verrat. Diese Gemütsbewegungen nehmen Gestalt an, treten auf in Stimme und Gestaltung vertrauter Personen, in getanzten Arien des Judas und Petrus, des Pilatus und Jesus sowie in Volkes Stimme. Ausgehend vom Schlusschor der Matthäus-Passion „Wir setzen uns mit Tränen nieder“ entfaltet sich ein Kaleidoskop von Passionsszenen, die er mit seinen Erfahrungen in Beziehung setzt und neu vernetzt. Die Musik springt von Station zu Station, bricht durch eine neu konzipierte Reihenfolge die Vorerfahrung des Hörers auf und belebt sie. Choralmomente bieten dramaturgische Ruhepunkte an, sie strukturieren den Abend durch lebendige Meditation. 

Israelische Juden beschäftigen sich mit dem Neuen Testament. Der Tanz als ausdrucksstarkes Mittel der Körpersprache bestimmt das Bühnengeschehen, eine subtile Lichtführung stellt einzelne Figuren in den Mittelpunkt. Die Musik ertönt live gespielt und gesungen. Die Kantorei Barmen-Gemarke und das international renommierte Barockorchester l’arte del mondo verstehen sich als Ensembles, die sich Aufführungstraditionen vor dem Hintergrund einer lebendigen Zeitgenossenschaft stellen. 

Daraus entstand die Idee, der Musik Bachs mit modernem Tanz eine visuelle Komponente an die Seite zu stellen. Die gleichzeitige Wahrnehmung eines solchen Kunstwerkes über Auge und Ohr verschafft dem Hörer und Betrachter ein intensiviertes Erleben. Im modernen Tanz, dem Medium der Körper- und Ideensprache, findet Bachs beredte Musik ihre kongeniale Entsprechung. 

Mit der Kamea Dance Company, der Kantorei Barmen-Gemarke und l’arte del mondo fanden sich ideale Partner, das Projekt kreativ und innovativ umzusetzen – samt einem neuen konzeptionellen Ansatz (historische Musik und visionäre Tanzinterpretation), der sich von existierenden Interpretationen fundamental unterscheidet. Darüber hinaus ist der Völker und Kulturen verbindende Aspekt dieses Projekts eminent und zusätzlich Teil der Feiern zum 40jährigen Bestehen der ältesten deutsch-israelischen Städtepartnerschaft Wuppertal-Be’er Sheva.

Die Kamea Dance Company ist eines der führenden Ensembles in der israelischen Tanzszene. Sie wurde 2002 von Daniella Schapira und Tamir Ginz gegründet und hat die Zuschauer seitdem mit Werken gefesselt, die reiche und virtuose Tanzbewegungen sowie faszinierende und dramatische Themen vereinen. Kamea hat ihren Sitz in Be’er-Sheva, einer enorm aufstrebenden Metropole im Süden Israels.

Dauer: ca. 75 Minuten 

Mit: Kamea Dance Company, Leitung: Tamir Ginz; Kantorei Barmen-Gemarke, Leitung: Wolfgang Kläsener; l’arte del mondo, Leitung: Werner Ehrhardt 

In Kooperation mit Bayer Kultur