Die Schutzbefohlenen. Eine Video-Suite.

Die Schutzbefohlenen. Eine Video-Suite.

Eine Produktion des Theater Anderwelten in Kooperation mit dem Poetry Project Berlin und der Hochschule für Musik und Tanz Köln
18:30 Uhr Podiumsdiskussion im Kronleuchterfoyer
Do. 07. November 2019, 19:30 Uhr, Opernhaus

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Was empfinden Menschen auf der Flucht? Welche Hoffnungen, welche Ängste tragen sie in sich? Sich einfühlen zu können in die Situation der anderen, ist der beste Weg zu einem tragfähigen Umgang mit den Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und im Exil leben. Daher verleiht das Video-Oratorium Geflüchteten das Wort: Dichterinnen wie Else Lasker-Schüler, Mascha Kaléko und Nelly Sachs. Und der Philosophin Hannah Arendt, die in ihrem Essay ›We Refugees‹ die Erfahrung des Fremdseins aus dem eigenen Erleben heraus tiefgründig und existentiell reflektierte: ein vielstimmiger Chor mutiger Frauen, die wegen ihrer jüdischen Abstammung und ihres widerständigen Geistes aus Deutschland fliehen mussten.

 

Zu Wort kommen aber auch die neuen Flüchtlinge, junge Menschen, die aus Afghanistan und Syrien auf abenteuerliche Weise nach Deutschland gekommen sind. Über ihre Todesangst, Fremdheit und Sehnsüchte haben sie Gedichte im Rahmen des preisgekrönten Berliner Poetry Projects geschrieben und fanden im Versemachen ihre Stimme. Über diese Lyrik schrieb der Literaturwissenschaftler und Philosoph Joseph Vogel: »Was man in diesen Gedichten hören kann, ist Anschauung, Erfahrung und Affekt unmittelbar in Sprachbilder gesetzt. Vielleicht hätte Kafka dazu gesagt: wie eine ›Axt für das gefrorene Meer in uns‹«. In der Suite fügen sich diese vielfältigen und unterschiedlichen Stimmen zu einem von dem Wuppertaler Autor Heiner Bontrup gestalteten intertextuellen Raum, in dem die Erfahrungen der Vertreibung und des Exils literarisch bewahrt und aufgehoben sind und uns daran erinnern, dass Literatur und Kunst in den dunkelsten Zeiten Mittel seelischen Überlebens sind.

Mathias Haus, einer der renommiertesten Vibraphonisten Deutschlands und Dozent an der Musikhochschule für Musik und Tanz Köln, hat für das Oratorium die Musik komponiert, die die Stimmungen der Texte aufgreift und in einen anderen Erfahrungsraum übersetzt. Gespielt wird die Musik von einem zehnköpfigen Ensemble der Musikhochschule Köln, bei dem u.a. das Wuppertaler Kammerorchester unter Leitung von Professor Werner Dickel mitwirkt. Klanglandschaften aus aktuellen und zeitgeschichtlichen Nachrichten zeichnen den beklemmenden Hintergrund der Fluchtgeschichten und den damit verbundenen Schicksalen. Zu diesen Soundscapes tanzt die frühere Pina Bausch-Tänzerin Chrystel Guillebeaud.

Die von dem Wuppertaler Licht- und Medienkünstler Gregor Eisenmann gestalteten Bildwelten schaffen für den Zuschauer einen Assoziationsraum, der Verbindungen zu den Texten herstellt. Die Projektionen erfolgen dreidimensional als eine Rauminstallation im Opernhaus Wuppertal.

 

Idee & Konzeption sowie Texteinrichtung: Heiner Bontrup

Komposition & Musikalische Leitung: Mathias Haus, unter Mitwirkung der Kammerphilharmonie Wuppertal, Leitung: Professor Werner Dickel

Licht- und Medienkunst: Gregor Eisenmann

Sprecher_innen: Thomas Braus, Bernd Kuschmann, Julia Wolff, Margaux Kier, Yasser Niksida, Shazamir Hataki

Tanz & Violine: Chrystel Guillebeaud

 

Podiumsdiskussion: Flucht und Vertreibung: ein Menschheitsthema?

Diskussionsteilnehmer: Dr. Christoph Humburg (Caritasdirektor), Thomas Braus (Schauspielintendant, Wuppertaler Bühnen), Hajo Jahn (Vorsitzender der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft), Helge Lindh (SPD, MdB), Mathias Nocke (Kulturdezernent), Heiner Bontrup (Autor).

Moderation: Birte Fritsch

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