1. Kammerkonzert

1. Kammerkonzert

GASSENHAUER

Besetzung

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Trio B-Dur op. 11 ›Gassenhauer‹

LEONARD BERNSTEIN
Sonate für Klarinette und Klavier

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Sieben Variationen WoO 46 über »Bei Männern, welche Liebe fühlen« aus ›Die Zauberflöte‹

GABRIEL FAURÉ
Trio d-Moll op. 120

 

Ludwig van Beethovens Werken haftet gemeinhin etwas Ernstes und Dramatisches an. Dass er aber auch anders konnte, davon zeugt sein Trio in B-Dur op. 11, in dem er einen ›Gassenhauer‹ humoristisch überzeichnet und variationsreich verarbeitete. Die Wahl der populären Melodie war jedoch nicht allein die seinige. Er wurde vermutlich von dem Klarinettisten Franz Joseph Bähr darum gebeten, dem letzten Satz eine populäre Melodie zugrunde zu legen. Das Werk ist Beethovens Gönnerin Gräfin Maria Wilhelmine von Thun gewidmet. 

In gleicher Besetzung erklingt Gabriel Faurés Trio, nach dessen Uraufführung sich ein Kritiker erwartungsvoll und zugleich besorgt fragte: »Wohin wird er [Fauré] wohl noch gehen, wenn er hundert Jahre alt wird?«  

Leonard Bernstein wird für gewöhnlich mit ›West Side Story‹ oder ›Candide‹ in Verbindung gebracht. Auf dem Programmzettel eines Kammerkonzerts ist er hingegen selten zu finden. Anfang der 1940er Jahre – noch während seines Musikstudiums an der Harvard University – komponierte er die Klarinettensonate, die in strenger Form ohne programmatisches oder literarisches Fundament auskommt, aber den künftigen Star der genreüberschreitenden Theatermusik bereits andeutet.  

Ein Thema aus einer populären Oper zu nehmen, um daraus kammermusikalische Variationen zu schreiben, war im 18. Jahrhundert äußerst beliebt und finanziell lohnend. Auch Beethoven nutzte diese Methode, bediente sich der ›Zauberflöte‹ von Wolfgang Amadeus Mozart und verneigte sich damit vor seinem Idol.

 

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