Lebewohl!

Lebewohl!

3. Sinfoniekonzert

GUSTAV MAHLER
Sinfonie Nr. 9

 

»Es scheint, die Neunte ist eine Grenze. Wer darüber hinaus will, muss fort. […] Die eine Neunte geschrieben haben, standen dem Jenseits zu nahe«, sprach Arnold Schönberg am 25. März 1912 in seiner berühmten Prager Rede und erinnerte an Gustav Mahlers große Angst vor der 9. Sinfonie. Beethoven, Bruckner, Schubert – alle sind nicht über die Neunte hinausgekommen. Und so schob Mahler vor der 9. Sinfonie noch ›Das Lied von der Erde‹ ein. Ob das helfen sollte?

Mahlers 9. Sinfonie ist ein auskomponiertes Lebewohl in all seinen emotionalen Facetten. Die Milde des Todes, das Versprechen einer Versöhnung, aber auch das Aufbäumen gegen die Unaufhaltsamkeit des Endlichen. Doch die Unmittelbarkeit und das Revolutionäre dieses Werks verleihen der Sinfonie gleichzeitig etwas Zukunftsweisendes. Mahler verabschiedet sich von seinem Leben und seiner Musik und öffnet mit der Neunten zugleich die Tür zu einer neuen musikalischen Zeitrechnung.

Der Komponist sollte mit seiner Angst recht behalten; auch er starb noch vor der Fertigstellung seiner Zehnten.

 

Konzerteinführung Mo. 19 Uhr mit Prof. Dr. Lutz-Werner Hesse

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