AUSGRABUNGEN IN JERUSALEM: ARCHÄOLOGIE UND RELIGION IM UMFELD DER HEILIGEN STADT

AUSGRABUNGEN IN JERUSALEM: ARCHÄOLOGIE UND RELIGION IM UMFELD DER HEILIGEN STADT

Stadtgespräch der Bergischen Universität Wuppertal mit Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Dieter Vieweger
Do. 19. November 2020, 19:30 Uhr, Theater am Engelsgarten

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Bereits seit 2015 gräbt das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI) unter Leitung von Prof. Vieweger im Südwesten des Zionsberges und erforscht dort die historische Altstadt Jerusalems. Auf dem Gelände des anglikanischen Zionsfriedhofes, im Griechischen Garten und in der Dormitio-Abteil erkunden sie die Größe und die Lage der antiken Wohngebiete. Die im Umfeld des berühmten, von Herodes d. Gr. errichteten Essener-Tores bisher aufgefundenen fünf Stadtmauern aus unterschiedlichen Zeiten (3. Jh. v. Chr. bis Mittelalter) geben endlich verlässliche Auskunft über die Geschichte der Heiligen Stadt in diesem Bereich.

Das Ziel der Ausgrabungen in diesem Jahr war den seit über einem Jahrhundert diskutierten Fragen nach dem Verlauf der eisenzeitlichen Stadtmauern Jerusalems gewidmet, die wesentliche Folgerungen für unsere Vorstellungen von der Größe und Ausdehnung des alttestamentlichen Jerusalem beinhalten. Außerdem war die Frage, wie das Jerusalem der persischen/hellenistischen bis römischen Zeit auf dem Zionsberg (dem Südwesthügel der Stadt) aussah, das im Jahr 70 n.Chr. durch Titus‘ Armee zerstört wurde. Nach unseren Ausgrabungen müssen wir feststellen - dass das alttestamentliche Jerusalem, das aus den assyrischen Quellen vom Königshof des Sanherib bekannt ist, deutlich kleiner war, als wir es uns bisher vorgestellt haben. Manchmal passieren offensichtlich weltumspannende Ereignisse auch an kleinen Orten. 

 

 

 

© Bergische Universität Wuppertal