Nachhaltigkeit

Gemeinsam mit der Stadt Wuppertal verpflichten wir uns als Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH zu nachhaltigem Handeln– sowohl mit Blick auf den Klimaschutz als auch die kulturelle Vielfalt innerhalb der Gesellschaft. Wir werden unsere Anstrengungen in diesen wichtigen Themenfeldern zukünftig weiter intensivieren. Hierbei handelt es sich um einen Prozess, zu dessen Schritten wir sie an dieser Stelle informieren und teilhaben lassen.


Kooperationspartner transform.nrw

transform.NRW

Das Projekt transform.NRW wird im Rahmen des Förderprogramms „Kooperationsplattformen 2022“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW NRW) gefördert. Es verfolgt das Ziel, bestehende, thematisch fokussierte und standortübergreifende Vernetzungen von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit externen Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig zu stärken und auszubauen. Es ist themenoffen und fördert Kooperationen in allen wissenschaftlichen Disziplinen. Im Rahmen des Programms wurden neun Kooperationsplattformen ausgewählt, die ab dem 1. Mai 2023 mit einem Gesamtfördervolumen von etwa 14 Millionen Euro über vier Jahre unterstützt werden. Die Förderung zielt darauf ab, den Wissenstransfer durch den Aufbau strategischer Partnerschaften zu verbessern und die Umsetzung von Forschungsergebnissen in innovative Produkte und Verfahren zu fördern.

Das Ziel des Projekts transform.nrw ist es, sichtbar zu machen, welche Potenziale in Kunst, Kultur und Design liegen, um den Wandel hin zu nachhaltigen Lebens- und Produktionsverhältnissen zu unterstützen. Dafür entsteht eine hybride Plattform, deren Kern ein digitaler Hub ist, über den Good-Practice-Beispiele, Methoden und Toolkits geteilt und weiterentwickelt werden. Rund 100 solcher Beispiele sollen Nachhaltigkeitswissen für inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit zugänglich machen. Die Plattform richtet sich primär an Gestalter*innen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen, die gemeinsam mit Akteur*innen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft neue Ideen für nachhaltige Produkte, Dienstleistungen und gesellschaftliche Interventionen entwickeln. Ziel ist es, durch Vernetzung, Austausch und gemeinsames Lernen Räume für neue Denk- und Handlungsmuster zu schaffen. Die Plattform wird iterativ in Workshops, Vernetzungsformaten und einem Symposium Ende 2025 getestet sowie Ende 2026 in einer Ausstellung präsentiert.

 

Fonds Zero – Klimaneutrale Produktion

Erstmals klimaneutrale Musiktheaterproduktion an der Oper Wuppertal

Opernintendantin Rebekah Rota überträgt die Idee einer nachhaltigeren Bühne mit dem Projekt ›Modular Stage Zero‹ in die Praxis und lädt andere Institutionen ein, sich am Lernprozess zu beteiligen

Mit dem Antritt als Opernintendantin hat Rebekah Rota den Fokus auf den Produktionsprozess gelegt und die Wiederverwendung von Bühnenbildern zum Thema gemacht - ein zuvor eher ausgesparter Aspekt, bei dem viele befürchten, dass er mit einer Einschränkung der künstlerischen Freiheit einhergehen könnte. Doch es zeigt sich, dass diese Herangehensweise das Gegenteil bewirkt, indem es die künstlerischen Gast-Teams auffordert, kreativ im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten zu denken. Darüber hinaus arbeiten die künstlerische und technische Seite eng zusammen, sodass die Besucher_innen möglichst wenig davon mitbekommen. 

Wie können Bühnenbilder wiederverwendet werden? 

Während es grundsätzlich möglich ist, ein bestehendes Bühnenbild einfach erneut für eine andere Produktion zu verwenden, zielt das modulare Bühnensystem darauf, einzelne Komponenten modulweise nutzbar zu machen, als eine Art ›Lego meets Ikea‹. 

Während es in der Geschichte der Oper jeher eine Entwicklung zum höher, größer, eindrucksvoller gibt, und sich dies auch in den Bühnenbildern und ihren Größen widergespiegelt hat, zielt das modulare Bühnensystem darauf, bestimmte häufig genutzte Elemente wiederverwendbar zu machen. Und hierzu gibt es an den meisten deutschen Häusern auch bereits eine Tradition mit über jahrzehntelang genutzten Standardmaterialien wie beispielsweise Treppen und Podesten, die allesamt Teil des modularen Systems sind und damit Grundlage der Bühnenbildentwürfe werden.  

Der entscheidende Unterschied des modularen Bühnenbilds der Oper Wuppertal ist, dass Elemente, die für die Umsetzung einer künstlerischen Idee fehlen, so gestaltet werden müssen, dass sie in das vorhandene System passen. Dem ›höher, schneller, weiter‹ wird so nicht per se ein Riegel vorgesetzt, sondern die Bedingung auferlegt, in den Katalog integriert zu werden und damit Materialien, Zeit, Arbeitskraft und letztendlich auch Geld einzusparen. 

Das modulare Bühnenbild wird erstmals in der Spielzeit 2023/24 in der Produktion ›Cinderella‹ zum Einsatz kommen.

Gefördert im Programm Zero – Klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.


Transformationstandem

Das vom Wuppertal Institut betreute Projekt ›Transformationstandem Wuppertal‹ umfasst die Sondierung zu bestehenden Konzepten und Good Practice-Beispielen an der Schnittstelle Kunst, Kultur und Nachhaltigkeit, sowie die darauf aufbauende explorative Konzeptionierung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen für die Wuppertaler Bühnen und das Sinfonieorchester (WBS).

Im Sondierungsteil wurde erforscht, was es im Zusammenhang und Zusammenspiel von Kunst, Kultur und Nachhaltigkeit in Deutschland und auch international bereits an guten Beispielen gibt. Dabei lag ein Fokus darauf, was man von anderen Kulturbetrieben lernen kann und welche Konzepte bereits umgesetzt wurden, die als Blaupause oder gutes Beispiel dienen können. Im Zuge der Sondierung haben die Projektbeteiligten herausgearbeitet, was das Besondere an der Erstellung von Nachhaltigkeitskonzepten für den Bereich Kunst und Kultur im Allgemeinen und der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH (WBS) als Fallbeispiel im Besonderen ist.

Der Prozess der Konzeptionierung erfolgte partizipativ und explorativ in Form einer Workshopreihe mit den Projektbeteiligten und den Mitarbeitenden der WBS. Die Forschenden ermittelten gemeinsam mit internen und externen Stakeholdern einen ersten Status quo sowie Maßnahmen und besondere Bedingungen für ein Nachhaltigkeitskonzept der WBS. Parallel fanden weitere kleine Maßnahmen und Beratungen bei den Wuppertaler Bühnen statt, welche den Prozess unterstützt und bereits erste konkrete Ergebnisse erbracht haben.

Die untenstehende Abbildung zeigt den zeitlichen Ablauf des Projekts – eingeteilt in Sondierungs- und Konzeptionierungsphase.

Die Nachhaltigkeitskonzeption beinhaltet folgende Fokus-Schwerpunkte: Nachhaltigkeit und Kommunikation als übergeordnetes Raster, welches Projekte und Maßnahmen der Fokus-Schwerpunkte Umweltmanagement und Gebäude, Produkte und Ihre Wertschöpfungsketten, Team- und Organisationsentwicklung und Künstlerische Vorhaben zu Nachhaltigkeit integriert. Insgesamt tragen die Schwerpunkte dazu bei, das Unternehmensziel sowie die in der Nachhaltigkeitsdeklaration und dem Verhaltenskodex formulierten Ziele zu verwirklichen.


Erkenntnisse für die Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH aus dem Projekt
1. Unternehmensinternen Begriffsdefinition Nachhaltigkeit
2. Bewusstsein zu Themen der Nachhaltigkeit
3. Stärkung der (abteilungsübergreifenden) Zusammenarbeit
4. Wahrnehmung des Beitrags der Inszenierungen / »Produkte« der WBS als entscheidend für Nachhaltigkeitswirkung
5. Kommunikative Herausforderungen durch unterschiedliche Arbeitszeiten und -kulturen

Das Hauptergebnis des Projekts ist die gemeinsame Erarbeitung eines spartenübergreifenden Verhaltenskodexes. Zur Ausarbeitung des Verhaltenskodexes fanden vier WBS-interne Workshops statt, zusätzlich zu der geplanten, fünfteiligen Workshopreihe zum Verständnis von Nachhaltigkeit und zur Konzeptionierung von Nachhaltigkeitsstrategien nach »innen« und »außen«. Es wurde beschlossen den Fokus bei der Konzeptionierung von Nachhaltigkeitsstrategien auf das »Innen« zu setzen, da festgestellt wurde, dass dieser Bereich einer größeren Aufmerksamkeit bedarf als zunächst angenommen. So spiegelten Workshopteilnehmende beispielsweise zurück, dass es ihnen besonders wichtig sei, Nachhaltigkeit selbst vorzuleben, ehe die WBS das Thema nach »außen« tragen.

Eine wichtige Lernerfahrung in Bezug auf das Erstellen von Nachhaltigkeitskonzepten war das Fehlen von geeigneten Nachhaltigkeits-Tools für den Kunst- und Kulturbereich – insbesondere, was Strategien nach »außen« im Bereich Inszenierung und Außenkommunikation betrifft. Als Folge dessen entschied sich das Projektteam dazu, das SAFE-Tool, welches sich an klassischen Unternehmensstrukturen orientiert, für die Workshopreihe mit den WBS zu überarbeiten.


ZUKUNFTSKÜCHE AM WUPPERTAL INSTITUT

Wuppertal ist im Klimanotstand. Der Künstler Philip Stoll ist eingeladen, sich im Rahmen des Und.Jetzt!-Stipendiums, mit den Potentialen der künstlerischen Klimagestaltung in Wuppertal zu beschäftigen. Der Künstler lädt zur Mitgestaltung in die ZUKUNFTSKÜCHE am Wuppertal Institut ein und geht mit verschiedenen Akteuren ins Gespräch:
»Wie erlebt ihr die Herausforderung der Mitgestaltung am großen Klima unserer Erde?«

Wie können wir Kultur- und Landschaftsräume so gestalten, dass sie ein gesundes Klima hervorbringen? Wir sind im Klimanotstand und deshalb drängend gefragt unsere Zukunftsfähigkeiten zu mobilisieren und all unsere Aufmerksamkeit, Feinfühligkeit und Kreativität der Erde entgegenzubringen.

Können gesunde Atmosphären gestalten werden? Klima entstehen lassen mit dem Know-How der Kultur. Ein Gespräch mit dem Opernintendanten Berthold Schneider.


Nachhaltigkeitsdeklaration für den Kulturbereich

Die Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH schafft mit der Unterzeichnung einer Selbstverpflichtung das Fundament für eine noch stärkere Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, kulturelle Vielfalt und Klimaschutz. Gemeinsam mit 41 weiteren Organisationen und Akteur_innen aus Kunst und Kultur gehört das Wuppertaler Dreispartenhaus zu den Erstunterzeichnern der ›Nachhaltigkeitsdeklaration für den Kulturbereich‹. Bundesweit zeigen damit öffentliche und freie Einrichtungen ihre Entschlossenheit, sich mit ihren Möglichkeiten für die Erreichung von Klimazielen und einen Kulturwandel im Sinne der globalen Nachhaltigkeitsziele einzusetzen.

»Gemeinsam mit der Stadt Wuppertal setzen wir als Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH durch die Unterzeichnung der Nachhaltigkeitsdeklaration ein Zeichen für nachhaltiges Handeln im Kulturbereich – sowohl mit Blick auf den Klimaschutz als auch die kulturelle Vielfalt innerhalb der Gesellschaft. Wir werden unsere Anstrengungen in diesen wichtigen Themenfeldern zukünftig weiter intensivieren, um die Selbstverpflichtung mit Leben zu füllen«, so Dr. Daniel Siekhaus, Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH.

Die Nachhaltigkeitsdeklaration ist Bestandteil einer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Initiative zur Umsetzung der globalen Klima- und Nachhaltigkeitsziele im Kulturbereich. In fünf Grundsätzen und fünf Leitzielen konkretisiert sie den in der UN Agenda 2030 international geteilten Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung und dessen weitreichendes Nachhaltigkeitsverständnis für den Kulturbereich.

Weitere Informationen zur ›Nachhaltigkeitsdeklaration für den Kulturbereich‹ unter culture4climate.de/deklaration


Orchester des Wandels

Mit seinem Beitritt zum Verein Orchester des Wandels e. V. rückt das Sinfonieorchester Wuppertal als musikalischer Botschafter der Stadt die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit in den Fokus. Einerseits sammelt das Sinfonieorchester mit verschiedenen Formaten, besonderen Konzertprogrammen und in Kooperation mit weiteren Akteuren in der Stadt Spenden für ein Wiederaufforstungsprojekt auf Madagaskar. Andererseits lenkt es Aufmerksamkeit auf die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Wuppertal und trägt durch ehrenamtliches Engagement dazu bei, ebendiese in die Mitte der Gesellschaft zu holen und dort das Bewusstsein für den Erhalt von Natur und Umwelt zu fördern. Damit steht das Sinfonieorchester Wuppertal in einer langen Tradition bürgerschaftlichen Engagements in seiner Heimatstadt.


CO2-Rechner

Der CO²-Rechner ist das Tool einer global führenden gemeinnützigen Organisation: ›Julie’s Bicycle‹. Diese unterstützt Unternehmen aus der Kreativbranche dabei, Maßnahmen gegen den Klimawandel und für die Umwelt zu ergreifen. Ihr CO²-Rechner ermöglicht es Kohlenstoffemissionen zu messen und zu managen. Die Bereiche Energieverbrauch, Wasser, Abfall, Geschäftsreisen, Personalreisen, Fracht, Publikumsverkehr, Unterkunft und Materialien, können dabei miteinbezogen werden. Die Methodik des CO²-Rechners basiert auf dem ›Greenhouse Gas Protocol Corporation Standard‹ (GHG Protocol), welches ein Rahmenwerk zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen und zum dazugehörigen Berichtswesen für Unternehmen darstellt. 

Die Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH hat ab dem Jahr 2017 Daten erfasst und in die Statistik einfließen lassen. Dabei wurde der Verbrauch von Strom und Wasser sowie die Abfallmenge in den Gebäuden Opernhaus, Theater am Engelsgarten, KulturKarte, im Orchesterproberaum, den Werkstätten und dem Kostümfundus gemessen. Des Weiteren wird der Fuhrpark sowie der Publikumsverkehr miteinbezogen. Über die Jahre und durch immer mehr umgesetzte Maßnahmen, wurde ein erfreuliches Ergebnis erzielt. Vor allem an Strom und Wasser wurde einiges im Vergleich zu 2017 gespart. Der Energieverbrauch und der Publikumsverkehr stoßen jedoch noch am meisten Emissionen aus .

Das Konzept des CO²-Rechners wird in den nächsten Jahren fortgeführt. Jährlich zieht das Unternehmen Bilanz, um die Ergebnisse der Nachhaltigkeitsbestrebungen messen zu können. Das aktuelle Tool wird jedoch nicht weiter genutzt. Im Moment erarbeitet die Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH einen eigenen Rechner. Dadurch wird das Unternehmen unabhängig und der CO²-Rechner ist noch angepasster an das Haus als zuvor. Das Ziel ist es, noch genauere Ergebnisse zu erzielen. Der Austausch mit diversen anderen Wuppertaler Kulturunternehmen wie beispielsweise der Historischen Stadthalle Wuppertal und dem Tanzzentrum Pina Bausch ist ebenfalls geplant. 

Gesamter Carbon-Footprint Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH


Ministerium für Kultur und Wirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
WDR3
Eine Gesellschaft der Stadt Wuppertal